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Rösti Albert · Bundesrat · 2023-09-20

Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2023-09-20

Wortprotokoll

Es ist richtig, gemäss Fahrplan sollte der Eurocity Zürich-München seit April 2021 sechsmal täglich mit einer Fahrzeit von rund 3,5 Stunden verkehren. In der Praxis weist diese Verbindung jedoch tatsächlich eine schlechte Pünktlichkeit auf. Das ist dem Bundesrat bewusst. Ein Grund dafür sind die zahlreichen Einspurabschnitte und somit fehlenden Kreuzungsmöglichkeiten in [PAGE 846] Deutschland. Dadurch wird eine Verspätung von Zügen aus der einen Richtung auf die Gegenzüge übertragen.

Bereits heute wäre eine stündliche Führung des Fernverkehrs ab Zürich bis Lindau möglich. Im Rahmen des österreichischen Ausbauschritts Zielnetz 2040 sollen die Einspurabschnitte auf dem österreichischen Streckenabschnitt auf[NB]Doppelspur ausgebaut werden, ausgenommen die Rheinbrücke. Auf der deutschen Strecke ist der Ausbau von Abschnitten auf Doppelspur ebenso erforderlich, um einen stündlichen Eurocity-Takt zu ermöglichen. In Deutschland wird derzeit der "Deutschlandtakt" überarbeitet. Bislang ist die stündliche Eurocity-Verbindung nach München nicht aufgeführt. Das Bundesamt für Verkehr steht aber in enger Abstimmung mit den österreichischen und deutschen Verkehrsministerien, um gemeinsam eine stündliche EC-Verbindung Zürich-München in den aktualisierten "Deutschlandtakt" aufzunehmen. Die Arbeit auf dieser Ebene läuft.

Ich kann Ihnen auch sagen, dass ich auf meiner Ebene Kontakt mit Volker Wissing, dem deutschen Verkehrsminister, hatte und bei ihm das Anliegen deponierte. Wir haben vor, im Land entsprechend vorstellig zu werden, das steht im Moment noch aus. Das geschieht auf meiner Ebene.

Dann gibt es selbstverständlich noch die dritte Ebene, die Sie erwähnt haben, die Ebene der Bahn, wo die Zusammenarbeit auch greifen muss. Sie haben es bereits erwähnt, im Rahmen der laufenden Überarbeitung des Angebotskonzepts 2035 wird unter dem Lead des Bundesamtes für Verkehr derzeit geprüft, ob der internationale Fernverkehr zwischen St. Margrethen und Zürich mit einer separaten Fahrlage in den Fahrplan eingeplant werden kann. Das heisst, er würde in Taktlücken neben dem nationalen Verkehr zirkulieren. Dadurch würden Verspätungen des internationalen Verkehrs weniger negative Auswirkungen auf den nationalen Verkehr entfalten.

Die Problematik ist erkannt. Wir sind bemüht, nach Lösungen zu suchen. Sie können aber nicht so schnell realisiert werden.