Zopfi Mathias · Ständerat · 2023-09-27
Zopfi Mathias · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion · 2023-09-27
Wortprotokoll
Lo scorso 12 settembre tutti noi abbiamo festeggiato un evento importante per la Svizzera. Anche nei cantoni si sono tenute splendide manifestazioni dedicate alla nostra Costituzione del 1848 e alla fondazione della Svizzera moderna. Questo a dimostrazione che è possibile festeggiare dignitosamente anche senza avere un giorno festivo ufficiale.
Io stesso ho avuto l'opportunità, in occasione del Digiuno federale, di parlare alla gente di questo evento così importante per la Svizzera. Mi sono reso conto che vale la pena confrontarsi con gli avvenimenti storici verificatosi attorno al 1848. Molti non sono consapevoli che la Svizzera moderna è nata da una guerra. Il 1848 è stato significativo non solo perché i vincitori della guerra hanno perseguito una guerra che facesse il minor numero possibile di vittime ma anche perché non hanno nemmeno umiliato i perdenti.
Mein geschätzter Glarner Kollege, der Jurist und Historiker Alfonso Hophan, hat dazu am 12. September gesagt, dass man "der eigenen Macht und ihrer Dauer nie weniger trauen soll, als wenn man oben ist und den Gegner unter sich hat; dass dann der Augenblick zur Demut, zum Zweifeln am eigenen Verdienst gekommen ist". Wie wahr - das ist der Geist von 1848. Würde es nicht naheliegen, das mit einem Bundesfeiertag zu feiern? Wäre der 12. September nicht ein würdiger Bundesfeiertag? Man kann das in guten Treuen so sehen.
Lassen Sie mich aber ein Beispiel geben, weshalb ich es anders sehe. Unser Parlamentsgebäude von 1902 ist voller Symbolik bezüglich der alten Eidgenossenschaft: Bruder Klaus, Winkelried, die Landsknechte, die drei Eidgenossen, Tell und die Stauffacherin. 1848 fehlt. In einem interessanten Artikel im "Tages-Anzeiger" kamen Philipp Loser und Markus Häfliger zum Schluss, dass kaum etwas im[NB]Bundeshaus an 1848 erinnere. Das stimmt. Das Fazit, dass 1848 im[NB]Bundeshaus[NB]nicht präsent wäre, ist aber grundsätzlich falsch. Gerade das Fehlen reformierter oder liberaler Symbolik, das Ausbleiben der Feier des Sieges und der Verzicht auf provokative Gesten ist 1848. Oder anders gesagt: Der Verzicht auf 1848 lässt das Bundeshaus zu einem Monument dafür werden, was 1848 ist. Es ist deshalb so voller 1291, weil man die Verlierer nicht provozieren wollte und das Einigende und nicht das Trennende suchte - und das noch 1902, in einer Zeit, in der die Spaltung auch noch grösser war, als sie es heute ist.
Dieses Bild stimmt für mich auch bei unserem Bundesfeiertag. Ich komme zum Schluss, dass der 1. August ein würdiger Bundesfeiertag ist, gerade weil es sich um ein mythisches Datum handelt. Gerade weil es ein künstliches Datum ist, eignet sich der 1. August für alles, was man in ihn[NB]hineinlesen möchte. Und das sind nicht nur Tell und Gessler - da bin ich mit Kollege Minder nicht ganz einverstanden, sonst schon. Man kann auch die moderne Schweiz in den 1.[NB]August hineinlesen. Besserwisser können sogar demonstrativ nicht feiern, mit dem Hinweis, dass dieser Tag ja nur ein Mythos sei. Der 12. September ist dagegen besetzt.
Ich erblicke im Bedürfnis, den 12. September feiern zu können, auch ein Stück weit eine Distanzierung vom 1. August. Doch was wäre falscher und weniger im Geiste von 1848, als dass man den Konservativen und den Progressiven in unserem Land je einen eigenen Bundesfeiertag geben würde? Es reicht doch, wenn wir den 12. September in anderer Form würdig begehen und nicht auf den freien Tag, sondern auf die Botschaft von 1848 fokussieren. Genau zu diesem Thema wird sich die SPK an ihrer nächsten Sitzung erneut Gedanken machen und möglicherweise einen Kommissionsvorstoss einreichen. Ich gebe zu: Ja, natürlich kann man das anders sehen. Wenn in unserem Volk aber das Bedürfnis wächst, den 12. September als freien Tag zu begehen, dann kann man das genau so erreichen, wie es beim arbeitsfreien[NB]1.[NB]August getan wurde.
Ich lehne die Motion deshalb ab.