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Bangerter Käthi · Nationalrat · 2003-05-06

Bangerter Käthi · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-05-06

Wortprotokoll

Ich habe den Antrag, dass auch eine Person aus der Wirtschaft Einsitz in die Schweizerische Universitätskonferenz nehmen kann, bereits bei der Beratung der BFT-Botschaft 2000-2003 vor vier Jahren gestellt. Nach meiner damaligen Begründung stellte mir der heutige Kommissionspräsident, Kollege Hans Widmer, die Frage: "Frau Bangerter: Was soll Primat haben, die Politik oder die Wirtschaft?" Nach dieser Frage musste ich erkennen, dass ich mein Anliegen nicht verständlich genug hinübergebracht hatte, denn diese Frage hatte mit meinem Anliegen gar [PAGE 579] nichts zu tun. Es ist also nicht Sturheit, die mich bewogen hat, den Antrag erneut zu stellen, sondern es ist mein zweiter Versuch, meine Argumente für mein Anliegen aufzuzeigen. Es geht hier nicht um Machtpolitik, weder in der Wissenschaftspolitik noch in der Wirtschaft, sondern es geht um gegenseitiges Verstehen. Die Wirtschaft muss verstehen, weshalb ein Entscheid der Wissenschaft so und nicht anders zustande gekommen ist, und die Hochschule muss verstehen, weshalb die Wirtschaft eventuell andere Prioritäten setzen würde.

Heute setzt sich die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) aus zwei Vertretern des Bundes, je einem Vertreter oder einer Vertreterin eines jeden Universitätskantons und zwei Vertretern oder Vertreterinnen der Nicht-Universitätskantone zusammen. Wenn schon die Nicht-Universitätskantone dabei sind, ist es nahe liegend und sinnvoll, dass auch eine Person aus der Wirtschaft in diesem Gremium vertreten ist. Denn die Privatwirtschaft trägt immerhin zwei Drittel der Forschungsausgaben, sie trägt zwei Drittel zum ganzen Forschungskuchen bei. Wir sprechen immer von Vertrauen, von gegenseitigem Verstehen, von Informationsaustausch und von Partnerschaft. Aber hier schliessen wir die Wirtschaft explizit aus, obschon über den Bereich Wissen und Forschung viele Berührungspunkte bestehen. Eher ist man bereit, eine Kommission zu bilden, Studien zu erstellen und damit Kosten zu generieren. Die auf der Hand liegende Möglichkeit des Austausches von Wissen in vorhandenen Strukturen und ohne Kostenfolgen kann hier genutzt werden. Ich weiss: Es gibt andere Gremien, die den Austausch von Wissen zwischen Hochschulen und Wirtschaft ermöglichen. Jedoch denke ich, dass wir keine Möglichkeit auslassen sollten, den Informationsaustausch zu pflegen, wo auch immer er sich ohne grossen Aufwand ergeben kann. Ich verstehe die Berührungsängste der Verwaltung nicht.

Mit der Einsitznahme eines Vertreters, einer Vertreterin der Wirtschaft in die SUK kann der Tatbeweis erbracht werden, dass zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft eine tatsächlich funktionierende Partnerschaft besteht. Es geht nicht um das Primat der Wirtschaft oder um das Primat der Politik. Es geht um das immer währende Suchen von gemeinsamen Lösungen, die von allen Beteiligten getragen werden können, von der Wissenschaft, von der Wirtschaft, das heisst: von der Gesellschaft.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mein Anliegen jetzt hinüberbringen können. Ich empfehle Ihnen, meinem Minderheitsantrag zuzustimmen.