Gutzwiller Felix · Nationalrat · 2003-05-06
Gutzwiller Felix · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-05-06
Wortprotokoll
Auch wir möchten Sie bitten, dieser Motion zuzustimmen. Ich persönlich war zehn Jahre lang Mitglied des Nationalen Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds. In diesen letzten zehn Jahren - Sie haben es in der Eintretensdebatte gehört - sind nicht nur die Zahl der Projekte und die Quote der erfolgreichen Projekte in der Grundlagenforschung, sondern auch die Beiträge pro Projekt stark rückläufig gewesen. Einer der wesentlichen Gründe für dieses Phänomen war die Frage der Overheads, mit anderen Worten: der zunehmende Druck auf die allgemeinen Kosten für die freie Forschung, indem gerade bei den kantonalen Hochschulen zunehmend Fragen der Räume, des Unterhaltes der apparativen Ausstattung und des Forschungsmanagements aufkamen. Die Hochschulen konnten nicht mehr nachziehen; damit wurden die Overhead-Kosten teilweise zulasten der freien Grundlagenforschung verschoben.
Auch als Mitglied einer Hochschule der Schweiz sehe ich, wie die Anreize hier falsch gesetzt werden, indem kompetitive Institute, die ein hohes Potenzial an der Einwerbung von Drittmitteln haben, in den Universitäten eher unter Druck kommen. Die Verwaltung ist nämlich in Bezug auf die nötigen Quadratmeter für die Forschungsflächen usw. in einem gespaltenen Verhältnis. Einerseits müssten diese bereitgestellt werden, wenn die Forscher erfolgreich sein sollen, anderseits stösst man hier an die Finanzlimiten, gerade auch an die der kantonalen Hochschulen. Da ist die Möglichkeit, in der Zukunft Overheads mitzufinanzieren, ein Ausweg, weil sie den stark gestiegenen Druck auf die effektiv für die Grundlagenforschung zur Verfügung stehenden Beträge etwas mindert. Wir versprechen uns deshalb, wie gesagt worden ist, von den Detailüberlegungen der Umsetzung eines solchen Konzeptes viel. Frau Müller-Hemmi hat es vorhin erwähnt: Es soll verhindert werden, dass ein gewisses Wachstum in der freien Forschung durch den Druck aufseiten der Infrastruktur sogleich wieder aufgefressen wird. Damit hier ein echtes Wachstum für die freie Forschung möglich ist, ist es als Begleitmassnahme ausserordentlich sinnvoll, diese Overhead-Frage anzugehen und zu lösen. Damit sind auch in der Zukunft die Anreize richtig gesetzt, und die Universitäten haben ein echtes Interesse daran, dass kompetitive Forschergruppen alles tun, um möglichst viele Mittel im freien Forschungswettbewerb einzuwerben.
In diesem Sinne bitten wir Sie, dieser Motion zuzustimmen.