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Strupler Manuel · Nationalrat · 2024-03-12

Strupler Manuel · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-03-12

Wortprotokoll

Mit dieser Motion möchte ich Qualität statt Quantität fördern, ohne dabei die Produktionsflächen zu konkurrenzieren. Dazu wird der Bundesrat beauftragt, Bestimmungen und Verordnungen so anzupassen, dass über ein Punktesystem oder auf eine andere Art weitere Biodiversitätsleistungen der Ackerflächen anerkannt und in einer passenden Form an die 3,5 Prozent Biodiversitätsförderflächen (BFF) auf der offenen Ackerfläche angerechnet werden können. Diese Leistungen können in Randbereichen, als Fahrgassen wie beispielsweise im Gemüsebau, als Untersaaten oder direkt angrenzend an die Ackerflächen erfolgen. Die Strukturen und das Mosaik, die der Betrieb bildet,[NB]sollen[NB]ebenfalls[NB]in[NB]das Beurteilungssystem mit einbezogen werden.

Die aktuell geforderten 3,5 Prozent BFF auf der offenen Ackerfläche führen direkt zu einer Reduktion der Biodiversitätsförderflächen auf Grünland, da die Betriebsleiter und Betriebsleiterinnen gezwungen sind, diese zu optimieren und freiwillige Massnahmen rückgängig zu machen. Ackerflächen und deren nahe Umgebung lassen sich durch geschicktes Management, neue Anbausysteme mit Untersaaten, blühende Zwischenkulturen, Blütenstreifen für Nützlinge, blühende Fahrgassen, aber vor allem auch durch gezielte Pflege und Gestaltung der jetzt schon bestehenden Randbereiche aufwerten. Diese Bereiche bieten reichlich Potenzial für eine Verbesserung der Artenvielfalt. Die Flächenkonkurrenz zwischen Biodiversitätsförderflächen und Produktionsflächen wird reduziert, und ein solches System kann dazu animieren, die Randbereiche noch etwas zu[NB]verbreitern.[NB]Somit[NB]bilden[NB]genau[NB]solche[NB]Elemente eine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit von Rand-, Rest- und Arbeitsflächen.

Über alles gesehen wird das Mosaik an Lebensräumen und speziell auch die Vernetzung auf den Flächen gefördert, da sich diese Elemente meistens streifenförmig in die Landschaft einfügen. Wichtig ist, dass diese Randbereiche und Strukturen nicht als neue flächenentschädigte Elemente aufgenommen werden sollen. Die Vielfalt auf den Ackerflächen soll über ein Punktesystem aufgezeigt und in passender Form an die geforderten 3,5 Prozent BFF angerechnet und fair entschädigt werden.

Helfen Sie mit der Unterstützung dieser Motion mit, Qualität zu schaffen, statt einfach immer mehr Quantität zu fordern und den Bauern die Flächen für die Lebensmittel- und Futtermittelproduktion zu nehmen. Mit der Unterstützung zeigen Sie auch eine Wertschätzung für alle Massnahmen, die jetzt schon umgesetzt werden, aber nicht angerechnet werden können.

Falls, wie vom Nationalrat richtigerweise gefordert, die 3,5 Prozent ganz gestrichen werden, wäre es trotzdem wichtig, endlich über Systeme und Bewertungsgrundlagen zu sprechen, welche auf Qualität statt auf immer mehr Quantität setzen und die - das ist ganz wichtig - diese Qualität zusätzlich fair entschädigen. Das heisst nicht, Geld aus der linken Hosentasche der Landwirte und Landwirtinnen zu nehmen und es in die rechte zu stecken, sondern es heisst, sie neu und fair für diese Leistungen zu entschädigen, die sie[NB]bereits[NB]jetzt[NB]immer[NB]wieder[NB]für[NB]die Förderung der Artenvielfalt erbringen.

Ich bitte Sie deshalb, meine Motion zu unterstützen und Qualität statt Quantität zu fördern.