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Reimann Lukas · Nationalrat · 2024-03-14

Reimann Lukas · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-03-14

Wortprotokoll

Ich möchte mit dem vorliegenden Postulat die Gebührenflut im Vorsorgemarkt sichtbar machen und den Bundesrat beauftragen, dem Parlament Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen bezüglich wesentlicher Massnahmen, welche zu weniger Gebühren und in der Folge zu mehr Geld für die Versicherten führen, insbesondere mit Fokus auf Managementgebühren auf den[NB]verwalteten[NB]Vermögen[NB]und[NB]auf versteckten Transaktionskosten.

Ich möchte Ihnen ein Beispiel von mir ganz privat geben. Ich habe aus meiner Zeit während des Anwaltspraktikums Fr. 2380.66 auf dem Freizügigkeitskonto angespart. Ich bezahle bei der Rendita-Freizügigkeitsstiftung eine Kostenbeteiligung für Vorsorgenehmer in Höhe von 36 Franken pro Jahr via Postfinance und dann noch 10 Franken Durchführungskosten pro Kalenderquartal. Ich bin jetzt 42 Jahre alt. Wenn ich noch 25 Jahre arbeite, macht das 1900 Franken. Für den Bezug fallen nochmals 400 Franken an. Das heisst, letztendlich bleiben mir von Fr. 2380.66 noch Fr. 80.66, wenn man den Zins nicht zählt, und 2300 Franken gingen für die Gebühr drauf. Solche Bedingungen sind aus meiner Sicht, ehrlich gesagt, doch eine Zumutung für alle Schweizerinnen und Schweizer, die Beiträge zahlen. Auch für die Unternehmer und Unternehmerinnen ist das ein Ärgernis, weil sie ja genauso mitzahlen.

Total gibt es in der Schweiz rund 1200 Milliarden Franken an verwalteten Vorsorgegeldern. Die Gebühren führen letztendlich dazu, dass die Menschen tiefere Renten haben bzw. dass die Unternehmen höhere Rentenbeiträge abgeben müssen. Im Jahr 2020 gab es 4,3 Millionen aktive Versicherte, es wurden an 1,2 Millionen Personen Renten ausbezahlt, und die jährlichen Kosten der Vorsorgeeinrichtungen beliefen sich auf fast 6,8 Milliarden Schweizerfranken, wovon die Vermögensverwaltung 5,1 Milliarden Franken ausmachte. Im Median sind das jedes Jahr 1500 Franken Verwaltungskosten pro versicherte Person. Hinzu kommen die Transaktionskosten.

Zur Möglichkeit, dass es jetzt ein Unternehmen, zum Beispiel ein Start-up, gibt, das sagt: "Wir können das besser machen, wir möchten die Pensionskassengelder der zweiten Säule in Immobilien anlegen und die Managementgebühren abschaffen", wurde mir von der Branche gesagt, das sei Humbug und wahrscheinlich nur Effekthascherei und werde nicht funktionieren. Aber wenn dem wirklich so wäre, dann ist es ja umso wichtiger, dass wir einen Bericht dazu erhalten, aus dem hervorgeht, wie das mit den Managementgebühren funktioniert, wo mehr Transparenz notwendig ist und wo das Rechnungslegungsrecht angepasst werden müsste.

Ich bitte Sie in diesem Sinne, dem Postulat zuzustimmen. Ich muss Herrn Portmann dazu noch sagen: Natürlich gibt es auch Leute, die damit Geld verdienen. Aber sie verdienen Geld auf Kosten der arbeitenden Schweizer Bevölkerung. Es sollte zumindest mehr Transparenz geschaffen werden, wenn damit nicht gleich Schluss sein sollte.

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