Brizzi Simona · Nationalrat · 2024-05-29
Brizzi Simona · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-05-29
Wortprotokoll
Bildung, Forschung und Innovation sind die Motoren für Wirtschaft und Gesellschaft. Dies widerspiegelt sich sehr schön in den Anträgen in Block 2. Ich möchte dazu fünf Bereiche beleuchten.
Im Bereich der Wirtschaft entstehen durch Forschung und Innovation neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen, damit können bestehende und neue Märkte in der Schweiz, aber auch im Ausland erschlossen und erweitert werden. Ein starkes Forschungs- und Innovationsumfeld zieht auch hochqualifizierte Fachkräfte an. Damit werden Arbeitsplätze geschaffen, insbesondere im Hightech-Sektor, und, das ist das Schöne, die Steuereinnahmen steigen. Wenn Sie als Investorin oder Investor tätig sind, dann sind Sie eher geneigt, in ein Land zu investieren, das für seine Forschungs- und Innovationskraft und die zur Verfügung stehenden Fachkräfte bekannt ist, was wieder zusätzliche finanzielle Mittel in unser Land bringt.
Im Bereich des technologischen Fortschrittes ist es zentral, dass wir wirklich am Puls bleiben und unsere starke Position behalten können. Die anderen Länder investieren hier, und der Bundesrat will hier sparen. Das geht mittel- und langfristig nicht auf. Jetzt sind wir noch an der Spitze, aber man muss weiter investieren. Wir können da nicht auf Sparen machen. Die geförderten Einrichtungen leisten einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Mehrwert in verschiedenen Fachbereichen. Forschungseinrichtungen von nationaler Bedeutung zum Beispiel ergänzen die Forschungsaktivitäten an Hochschulen und im Bereich der ETH und der EPFL. Diese Zusammenarbeit ist Gold wert und muss unterstützt werden.
Wir haben bei den Minderheitsanträgen gehört, dass die Stipendien und die Bildungsmobilität auch sehr wichtig sind; hier müssen wir Schritt halten können. Eine Assoziierung an Erasmus plus ist bis jetzt nicht in Sicht. Wir müssen im Bereich der internationalen Bildungsmobilität und in der internationalen Zusammenarbeit in Europa und - das ist ebenso wichtig - weltweit mithalten können. Dazu braucht es genügend Ressourcen. Nach unseren Informationen ist es heute schon so, dass hervorragende Leute abspringen, weil sie sich an den Forschungsinstituten in der Schweiz nicht weiterentwickeln können. Europäische Nachbarländer investieren aktuell sehr viel in internationale Mobilitäts- und Kooperationsaktivitäten, insbesondere in diejenigen junger Menschen, weil sie merken, dass sich das mittel- und langfristig lohnt. Eine Kooperation mit Kompetenz- und Exzellenzzentren im Ausland, die vernetzte Förderung von Talenten kommt uns allen hier zugute.
Wenn wir eine Benachteiligung der jungen Generation in der Schweiz vermeiden möchten, ist es zentral, dass wir hier mehr investieren. Im Bereich der internationalen Zusammenarbeit bieten internationale Forschungsstrukturen der Schweizer Industrie einerseits Marktchancen, von denen wir profitieren können, andererseits aber auch die Möglichkeit zur Entwicklung ihrer Kompetenzen. Es werden jährlich viele Aufträge generiert, und da profitieren wir auch. Es lohnt sich, dass der Bund hier auch unterstützt und investiert, weil dadurch viel mehr zurückkommt - nicht nur an finanziellen Einnahmen, sondern auch an Wissen und Innovation. Die Beteiligung der Schweiz an internationalen Forschungsinfrastrukturen bietet unseren Forschenden Zugang zu Forschungsinfrastrukturen, die wir in der Schweiz nicht haben, weil es sich für uns nicht lohnt, sie aufzubauen. Aber wir können im Ausland davon profitieren.
Wir dürfen die aufgebauten Exzellenzpartnerschaften nicht durch Kürzungen gefährden. Im Zusammenhang mit der Assoziierung an das Rahmenprogramm Horizon Europe ist es sehr wichtig, dass keine weiteren Kürzungen vorgenommen werden. Die vorgesehenen Investitionen und Entwicklungen fliessen in die Nachwuchs- und die Karriereförderung. Umso wichtiger ist es, dass sich Talente hier und jetzt weiterentwickeln können.
Zum letzten Punkt: Wussten Sie, dass wir seit mehr als sechzig Jahren in der Raumfahrt aktiv sind? Wir sind in diesem Bereich stark beteiligt und profitieren. Hier betätigen wir uns mit höchster Exzellenz, höchster Präzision, höchster Verlässlichkeit. Und hier können wir punkten. Auch hier erachten[NB]wir[NB]die[NB]Sparanträge des Bundesrates für falsch. Wir wollen den Anschluss auf keinen Fall verlieren. Wir wollen in der globalen Wissenschaft und Wirtschaft weiterhin eine führende Rolle einnehmen. Das heisst, wir müssen dranbleiben. Hier lohnt sich Sparen nicht.
Ich bitte Sie, dem Konzept meiner Minderheit II zu folgen.