Gadient Brigitta M. · Nationalrat · 2003-05-07
Gadient Brigitta M. · Nationalrat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-05-07
Wortprotokoll
Auch die beste Promotion nützt nichts, wenn das Angebot nicht mehr marktfähig ist. Es ist klar: Die Leistung kommt vor der Werbung. Aber die weltweit immer grösser werdende Konkurrenz, die volatile Nachfrage und nicht zuletzt die konjunkturelle Situation setzen unsere vorwiegend kleingewerblichen Tourismusbetreiber unter immer grösseren Druck. Die Ertragskraft ist geschwächt, was auch den Erneuerungsprozess bei den Anlagen und Einrichtungen über das Mass verlangsamt. Jede Nachfrageschwankung wird dann aber zur Krise. Die Chance für Wachstum ist durchaus vorhanden. Sie kann aber heute wegen dieser strukturellen Schwächen kaum genutzt werden. Ich kann hier nahtlos an die eben abgeschlossene Landwirtschaftsdebatte anknüpfen. Klammerbemerkung: Gerade auch für den Tourismus ist im Übrigen auch die Unterstützung der Landwirtschaft mit ihrem direkten Beitrag an die Erhaltung unserer einmaligen Landschaft besonders wichtig, ist doch unsere Landschaft ein unbezahlbares Kapital.
Der Aufbau neuer, wettbewerbsstarker Angebotsstrukturen ist heute für den Schweizer Tourismus dringend nötig. Die vorgeschlagenen Gesetze und Beschlüsse sind denn auch nicht nur zu begrüssen, sie sind unabdingbar.
Das neue Gesetz über die Förderung des Beherbergungskredites bringt Möglichkeiten zur Entschuldung, aber auch [PAGE 679] zur Verbesserung der Kapitalstruktur, mit einer klaren Konzentration auf die Förderung überlebensfähiger Betriebe. Damit können endlich die Investitionen bei der Hotellerie wieder angekurbelt und auch die langfristige Investitionsfähigkeit gestärkt werden.
Beim InnoTour-Beschluss sind sodann sehr viele Projekte vorhanden - um meine Interessenbindungen offen zu legen -, auch solche aus meinem Kanton, dem Kanton Graubünden. Innovationen sind aber die Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung und verdienen deshalb ebenfalls die nötige Förderung.
Die vorliegende Botschaft konzentriert sich auf drei Hauptpunkte: nämlich Investitionen, Innovationen und Qualifizierung. Sie beschränkt sich damit auf Bereiche, wo wirklich Schwachstellen und Handlungsbedarf bestehen. Der Bund kann nicht überall und alles unterstützen, aber gewisse Schwerpunkte für einen unserer wichtigsten Wirtschaftszweige muss er setzen. Er hat dort zu unterstützen, wo flankierende Massnahmen zum Strukturwandel beitragen.
Ich beantrage Ihnen deshalb, den beiden Bundesgesetzen und den beiden Bundesbeschlüssen zuzustimmen.