Brenzikofer Florence · Nationalrat · 2024-06-03
Brenzikofer Florence · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2024-06-03
Wortprotokoll
Die Umweltverantwortungs-Initiative, welche wir heute diskutieren, fordert eine absolute Selbstverständlichkeit. Sie zielt nämlich darauf ab, dass wir in der Schweiz unsere Produktion und unseren Import so gestalten, dass wir nur so viele Ressourcen verbrauchen und Schadstoffe freisetzen, wie es unsere Umwelt verkraften kann. Was bedeutet das?
Die planetaren Grenzen definieren, wie viel Umweltbelastung die Erde aushalten kann, bevor ihre Ökosysteme kippen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, überschreiten wir die planetaren Grenzen bald in allen Bereichen. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend. Die Wissenschaft zeigt, dass wir in diesem Zeitraum handeln müssen, um die schlimmsten Auswirkungen der Umweltkrisen abzuwenden. Auch aus ökonomischer Sicht macht Handeln absolut Sinn, denn eine ungebremste Klimakrise und der Verlust von Arten oder Regenwäldern führen zu Leid, zu Flucht und zu Kosten für die Bekämpfung der genannten Folgen. Durch den Klimawandel werden Extremwetter wie Starkregen immer häufiger. Wir sehen es in diesen Tagen, ja in diesen Stunden. Im dicht besiedelten Mitteleuropa können die Folgen von Extremhochwasser zerstörerisch sein.
Eine Frage, welche wir auch in der Debatte rund um diese Initiative bereits gehört haben, lautet: Was bringt es, wenn die Schweiz diese Ziele im Alleingang umsetzt? Die Antwort ist einfach. Die Schweiz hat die besten Voraussetzungen, um eine Vorbildrolle einzunehmen. Mit unseren Ressourcen, unseren Technologien und unserer starken Demokratie können wir international ein Zeichen setzen. Zudem verantworten wir in der Schweiz übermässig grosse Umweltschäden im Vergleich zum Rest der Welt. Unsere Bevölkerung konsumiert pro Kopf dreimal so viele Umweltressourcen, wie global verfügbar wären.
Neben all diesen Aspekten möchte ich heute einen besonderen Punkt hervorheben, nämlich die Perspektive der jungen Menschen und die Minderung ihrer Zukunftsängste. Viele junge Menschen blicken mit grosser Sorge in die Zukunft. Die Ursachen für die steigende Zahl psychischer Erkrankungen sind vielfältig, neben Ausbildung und Beruf gehören Krisen wie der Klimawandel dazu. Diesbezügliche Ängste belasten die psychische Gesundheit der jungen Menschen. Der Klimawandel und damit verbundene Wetterereignisse sowie Umweltveränderungen können das psychische Wohlbefinden beeinflussen. Junge Menschen sind besonders anfällig für Belastungen, Depressionen und Angstzustände. Diverse Studien zeigen, dass die Wahrnehmung des Klimawandels bei vielen jungen Menschen zu erheblichem Stress und zu Angst führt, selbst wenn sie nicht direkt von klimabedingten Ereignissen betroffen sind.
Wenn wir jetzt handeln und Verantwortung übernehmen, senden wir ein starkes Signal der Hoffnung und Zuversicht an die jüngeren Generationen. Wir zeigen, dass wir bereit sind, den Klimakurs zu korrigieren und der jungen Generation eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Ich bin überzeugt, Sie alle möchten Ihren Kindern und Grosskindern eine lebenswerte und intakte Schweiz hinterlassen. Deshalb ist ein "Weiter so!" keine Option. Wir können die Weichen stellen, um die Umweltkrisen abzuwenden.
Ich bitte Sie, die Minderheit Trede zu unterstützen und der Umweltverantwortungs-Initiative Folge zu geben.