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Haab Martin · Nationalrat · 2024-06-03

Haab Martin · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-06-03

Wortprotokoll

Mit der Umweltverantwortungs-Initiative, welche die Jungen Grünen lanciert haben, soll einmal mehr unsere Wirtschaft auf Drittweltniveau gedrückt werden. Laut den Initianten verbrauchen Herr und Frau Schweizer dreimal so viele Umweltressourcen, wie global zur Verfügung stehen. Unser Fussabdruck wird mit 2,8 Erden angegeben. Die Spitzenreiter sind die USA und Australien, die doppelt so viele Ressourcen pro Kopf verbrauchen wie ein Einwohner der Schweiz. Ich frage Sie: Ist der Lebensstandard in diesen Ländern nun doppelt so hoch wie bei uns? Nach meiner Erfahrung nicht. Wir haben in den letzten Jahrzehnten somit einen beträchtlichen Teil unserer Hausaufgaben gemacht. Darum stehen wir besser da als manche andere Industrienation.

Muss unser Fussabdruck oder derjenige unserer Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren um zwei Drittel reduziert werden, sind wir im Jahr 2035 in bester Gesellschaft - ich denke da an die Bevölkerung Indiens oder der afrikanischen Staaten. Sind die Initianten der Jungen Grünen wirklich der Meinung, dass es ein erstrebenswertes Ziel sein kann, dass unser Lebensstandard auf dieses Niveau absinkt?

Die Initiative will mit den Übergangsbestimmungen einmal mehr auf die Landwirtschaft einhauen. Bodennutzung, Wasserverbrauch, Biodiversitätsverlust sowie Stickstoff- und Phosphoreintrag werden als das grösste Übel betrachtet. Diese Schuldzuweisungen an unsere Bauern sind ja nichts Neues, es ist alter Wein in neuen Schläuchen.

Die Schweiz hat punkto Umweltverantwortung wesentlich mehr gemacht als die meisten entwickelten Nationen dieser Welt. Das bringt auch der relativ tiefe Wert zum Ausdruck, der Umweltverantwortung und Lebensstandard - dieser zeichnet unser Land und unsere Bevölkerung bekanntlich aus - miteinander ins Verhältnis setzt. Es liegt mir fern, als Landwirt zu behaupten, dass wir nicht besser werden können und dass wir das nicht auch tun sollten. Wir alle, Gewerbe, Industrie, Landwirtschaft und Konsumenten, arbeiten täglich daran.

"Fridays for Future", das Festkleben auf Strassen und Flugpisten sowie das Sammeln von 100[NB]000 Unterschriften für diese Initiative bringen uns in diesem Kontext keinen Millimeter weiter. Die Schweiz hat in den letzten hundert Jahren bewiesen, dass sie dank Innovation, Fleiss und prosperierender Wirtschaft viel erreichen kann. Dies geschieht durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Wissens und die daraus resultierenden technischen Entwicklungen, durch Forschung und Innovation, durch das Generieren von Wissen und die Umsetzung in die Praxis. Dies wiederum setzt voraus, dass sich die junge Generation in den entsprechenden Studiengängen ausbildet und sich anschliessend in diesen Forschungsfeldern engagiert, und dies bitte mit Fleiss, Einsatz und Überzeugung. So ist auch die nächste Generation unseres Landes für die Zukunft gewappnet.

Ich bitte Sie, die Initiative sowie den Gegenvorschlag abzulehnen.