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Graber Michael · Nationalrat · 2024-06-12

Graber Michael · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-06-12

Wortprotokoll

Sie haben es in jüngster Zeit gelesen: Die Post plant die Schliessung von 170 Poststellen schweizweit, und auch sonst soll der Service public in diesem Land immer mehr abnehmen. Eine Expertengruppe hat gefunden, man solle doch die A-Post, wie wir sie heute kennen, abschaffen und nur noch an drei Tagen Briefe zustellen; Briefe müssten dann erst drei Tage nach Abgabe im Briefkasten liegen.

Die Post ist ein ganz essenzieller Teil unserer Landesversorgung und auch unserer Infrastruktur. Kundinnen und Kunden können ihre Briefe heute am nächsten Tag in der ganzen Schweiz abholen, egal, ob das in der Stadt, auf dem Land oder in der Agglomeration ist. Das führt auch dazu, dass wir in diesem Land einen gewissen Zusammenhalt zwischen den Regionen haben. Wenn wir jetzt die Briefe nur mehr an jedem dritten Tag zustellen würden, dann wäre das ein massiver Abbau dieses Service public, welchen ich als Vertreter einer Randregion als inakzeptabel erachte. Denn wir sind eines der reichsten und innovativsten Länder der Welt, und da sollten wir bei der Grundversorgung keine Kompromisse machen.

Demgegenüber gehört nicht die A-Post, wie wir sie heute kennen, abgeschafft, sondern die B-Post, denn diese ist in der Tat obsolet geworden. Wenn jemand etwas per B-Post versendet, dann kann er es genauso gut auch per Mail elektronisch versenden. Nur das, was man wirklich physisch als Dokument da haben muss, sendet man jeweils per A-Post. Ich stelle mir vor, dass man dann einen Tarif hätte, der sich irgendwo zwischen dem heutigen A- und dem heutigen B-Post-Tarif befände, beispielsweise bei 1 Franken.

Wir müssen uns auf die Grundbedürfnisse der Bevölkerung in allen Regionen zurückbesinnen. Ich möchte trotzdem noch inhaltlich etwas zu diesem Vorschlag der Expertengruppe sagen. Was ist dann mit den Tageszeitungen, solange diese physisch ausgetragen werden? Wollen Sie diese auch erst drei Tage später im Briefkasten haben? Also wenn es eine Austragung von Postsendungen gibt, die am anderen Tag stattfindet, dann sollte das natürlich auch bei Briefen der Fall sein.

Wenn man die heutige B-Post abschaffen würde und nur mehr eine einheitliche Post hätte, welche Postsendungen in jeder Region der Schweiz am anderen Tag im Briefkasten deponiert, dann würde man wieder ins ursprüngliche, bewährte Regime vor der Zeit der A- und B-Post zurückkehren. Es wird im Übrigen auch vom Ausland sicher manchmal mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen, dass man so etwas überhaupt hat. Wir sollten alle immer A-klassig sein wollen.