Z'graggen Heidi · Ständerat · 2024-06-13
Z'graggen Heidi · Ständerat · Uri · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-06-13
Wortprotokoll
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt. Was lehrt uns das? Es ist nie zu spät, etwas für die Zukunft zu tun. Hier können wir das Wunder des Zinseszinses nutzen, um den Generationenvertrag zur Altersvorsorge zu stärken und zu revitalisieren.
Es war einmal ein kluger Höfling, der seinem König ein kostbares Schachbrett schenkte. Der König, dankbar, bot ihm eine Belohnung an. Der Höfling erklärte bescheiden: Ich wünsche mir nicht viel, nur dass ihr das Schachbrett mit Reis füllt und auf jedem Feld die Anzahl der Körner verdoppelt. Der König, beeindruckt von der Bescheidenheit des Wunsches, willigte ein. Die Diener begannen also das Schachbrett zu füllen, ein Korn auf das erste Feld, zwei auf das zweite, vier auf das dritte, acht auf das vierte, sechzehn auf das fünfte usw. Beim zehnten Feld waren es bereits 1024 Körner, doch schon beim zwanzigsten Feld waren es über eine Million Körner, und beim 64.[NB]Feld gab es im ganzen Königreich nicht genug Reis. Das ist das Wunder des Zinseszinses.
Die Lösung, die ich vorschlage, ist ebenso einfach wie wirkungsvoll. Jedes neugeborene Kind in der Schweiz soll bei seiner Geburt einen Betrag in der Höhe des Mindestbeitrages für die AHV, also 514 Franken, erhalten. Dieser Betrag wird im "AHV-Zusatzfonds Generation 2024 plus" langfristig angelegt, um sicherzustellen, dass die AHV-Rente der jungen Generation nachhaltig gesichert ist. Durch den Zinseszinseffekt, den ich gerade erklärt habe, und einen durchschnittlichen Anlageertrag von 5 Prozent über die gesamte 65-jährige Periode könnte so ein Endbetrag von 21 Milliarden Franken erreicht werden.
Warum dieses Postulat? Warum ist der Bericht des Bundesrates dazu wichtig? Am 3.[NB]März 2024 hat das Schweizervolk die Einführung der 13.[NB]AHV-Rente beschlossen. Es gab da und dort in der Diskussion Befürchtungen, dass eben die jüngeren Generationen überproportionale Kosten tragen müssten. Um diesen Bedenken zu begegnen, möchte ich so den Generationenvertrag stärken. Die langfristige Anlage des Mindestbeitrags von 514 Franken für jedes neugeborene Kind in der Schweiz wird durch den Zinseszinseffekt einen erheblichen Beitrag zur Sicherung der AHV für kommende Generationen leisten. Pro Jahr kommen in der Schweiz etwa 90[NB]000 Kinder auf die Welt. So ergäbe sich mit diesen 514 Franken ein jährlich zu investierender Gesamtbetrag von 46 Millionen Franken. Wie gesagt, unter Berücksichtigung eines Anlageertrags von 5 Prozent über 65 Jahre ergeben sich am Schluss sage und schreibe 21 Milliarden Franken. Stellen Sie sich das vor: 21 Milliarden Franken!
Der Bericht zum Postulat kann und soll kreative Modelle zur Finanzierung dieses "AHV-Zusatzfonds Generation 2024 plus" aufzeigen und die erforderlichen Gesetzesanpassungen darlegen. Der Bundesrat führt aus, dass es Gesetzesanpassungen brauche, dass das heute nicht möglich sei usw. Das ist mir klar - darum auch das Postulat, damit man schauen kann, welche Gesetze angepasst werden müssten.
Ich bitte Sie, das Postulat im Interesse unserer jungen Schweizerinnen und Schweizer anzunehmen und dann den Bericht zur Kenntnis zu nehmen und zu studieren.