Scherer Marcel · Nationalrat · 2003-06-04
Scherer Marcel · Nationalrat · Zug · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-06-04
Wortprotokoll
Ich danke dem Bundesrat, dass er - obwohl er das Postulat ablehnt - bereit ist, den zuständigen Stellen einen entsprechenden Auftrag über Nutzen oder "Unnutzen" von Stroh im Schweinestall zu erteilen.
Es ist mir klar, dass nicht der Bundesrat über Strohlänge oder Strohmenge im Schweinestall entscheiden muss. Es zeigt sich aber einmal mehr, dass öfters - besonders in der Landwirtschaft - Verordnungen und Erlasse eingeführt werden, die weit weg von angewandter Praxis sind und oft wieder neue Probleme hervorrufen.
Die besagte Verordnung hat zum Beispiel zwei sehr negative Auswirkungen. Zum einen hat der "Strohtourismus" ein ungeheures Ausmass angenommen. Da werden - und das sollen Sie ruhig wissen - mit einem ökologischen Auftrag 4000 Lastenzüge Stroh von Frankreich und von Deutschland in die Schweiz gekarrt: Also 4000 Lastwagen pro Jahr, die unsere Strassen verstopfen, die unter dem ökologischen Vorwand völlig unnötig unsere Luft verpesten - notabene nicht Schweizer Lastwagen!
Als Zweites die mykotoxische Belastung, der wir mit diesem Stroh unsere Schweine aussetzen: Diese Belastung ist gross und hat negative Wirkungen zur Folge. Ausgelöst durch solche Verordnungen kommt sehr oft verschimmeltes Stroh in unsere Schweineställe.
Besonders im Bundesamt für Landwirtschaft und im Buwal werden stets solche produktionshemmende Erlasse produziert oder wenigstens nicht abgebaut, wenn sie schon produziert sind. Es ist zu hoffen, dass nach der fast hysterischen "Öko- und Ethnofimmel-Zeit" nun endlich wieder etwas mehr Wirtschaftlichkeit, Betriebswirtschaftlichkeit und ökonomische Ziele in der Landwirtschaft angestrebt werden.
Ein Lichtblick und eine Hemmschwelle im Hinblick darauf, dass in Zukunft keine weiteren solche vom Bund teuer finanzierte Auflagen geschaffen werden, ist die Verschuldung des Bundes. Dies lässt hoffen, dass in nächster Zeit nicht wieder solche Auflagen gemacht werden. Ich hoffe, Herr Bundesrat, dass Sie den Vorstoss in der ohnehin schwachen Form des Postulates entgegennehmen und dass Sie, geschätzte Kollegen, ihm zustimmen werden.