Fässler Daniel · Ständerat · 2024-12-04
Fässler Daniel · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-12-04
Wortprotokoll
Ich möchte nur auf das Wort "Angebotslücken" eingehen, das insbesondere auch von Kollegin Wasserfallen vorgebracht wurde. Wenn man von Angebotslücken spricht, geht man davon aus, dass überall die gleichen Bedürfnisse und Möglichkeiten bestehen. Das ist nicht so. Wenn im Kanton Appenzell Innerrhoden zum Beispiel weniger Betreuungsplätze zur Verfügung stehen als im Kanton Bern oder im Kanton Genf, hat das nicht damit zu tun, dass weniger Plätze bereitgestellt oder die Bedürfnisse nicht abgedeckt werden: Es hat damit zu tun, dass ein anderes Bedürfnis besteht. Die Ausgangslage ist eine andere. Wir haben das Glück, dass die familieninterne bzw. verwandtschaftliche Betreuung bei uns eben möglich ist. Wir haben weiter die Situation, dass die Ausgangslage in kleineren Siedlungen oder auch in Streusiedlungen erschwert ist, wenn man die Kinder in eine institutionelle Betreuung schicken möchte.
Dies gesagt, glaube ich, dass die Kantone selber wissen, was ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten sind. Ich kann das für meinen Heimatkanton sagen: Es wird reagiert. Wenn die Bedürfnisse zunehmen, dann werden auch zusätzliche Betreuungsplätze angeboten. Ich möchte Ihnen auch sagen, dass ich das persönlich ausserordentlich unterstütze. Vielleicht auch an die Adresse von Kollege Stocker: Ich habe auch persönliche Erfahrung mit der Betreuung von Kindern durch eine Institution. Ich schätze das ausserordentlich, aber von Angebotslücken zu sprechen, zu sagen, weil auf dem Land weniger Angebote bestehen, müssten Lücken geschlossen werden, ist nicht zwingend richtig. Ich glaube, die Kantone wissen, wo sie Handlungsbedarf haben, sofern sie denn Handlungsbedarf haben. Sie haben darauf angemessen und situationsbezogen zu reagieren. Sie benötigen keine Programmvereinbarungen dazu.