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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2024-12-12

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-12-12

Wortprotokoll

Sie wissen vielleicht nicht, dass 90 Prozent der Migration in Afrika innerhalb des globalen Südens stattfinden und dass der Teil der Migration, der uns betrifft, sehr klein ist. Sie wissen vielleicht nicht, dass die grosse Sorge Europas heute nicht die Über-, sondern die Entvölkerung ist, das japanische Modell. Sie wissen vielleicht nicht, dass es selbst dann nicht reichen würde, den Verlust der Bevölkerung hier in Europa zu kompensieren, wenn man all die Leute aufnähme, die vor einem Konflikt fliehen, wobei der grösste Teil dieser Leute heute in ihren Nachbarländern weilt. Sie wissen vielleicht nicht, dass diejenigen, die sich heute um die Zukunft sorgen, Überlegungen dazu anstellen, wie wir in zehn, zwanzig Jahren genügend Fachkräfte haben werden; da gibt es nämlich etwas, dafür brauchen Sie keine Kristallkugel. Schauen Sie, jeder Mensch, der in zwanzig Jahren zwanzig Jahre alt sein wird und dann einen Job machen kann, ist heute schon geboren. Deshalb wissen wir, wie sich die Bevölkerung in Europa entwickeln wird.

Zum Schluss noch dies - jetzt bin ich trotzdem auf Ihre Diskussion eingestiegen -: Das, worauf Sie hinauswollen, ist eben gerade nicht Sinn und Zweck des Migrationspaktes. Sinn und Zweck des Migrationspaktes ist es, sich gemeinsam zu überlegen, wie Strukturen geschaffen werden können, die dazu führen, dass Migration nicht mehr Zwang ist, sondern von Nutzen für beide Seiten sein kann und dass man dort, wo heute Zwang besteht, auch Lösungen vor Ort findet. Bis jetzt habe ich gemeint, dass Sie das auch wollen, aber offensichtlich wollen Sie das nun doch nicht.