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Hofmann Hans · Ständerat · 2003-06-05

Hofmann Hans · Ständerat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-06-05

Wortprotokoll

Ich danke Kollege Bieri für die Einreichung dieses Antrages. Ich habe den gleichen Antrag in der Kommission gestellt. Er wurde jedoch, wie wir gehört haben, recht deutlich abgelehnt, und ich habe es damals verpasst, einen Minderheitsantrag einzureichen.

Es geht hier um ein bäuerliches Anliegen, das tiefer geht: Es geht um das Ansehen des Bauernstandes oder besser gesagt um dessen Hebung, was den Bauern ein grosses Anliegen ist. Heute ist immer noch die falsche Auffassung weit verbreitet, jeder könne Bauer sein, das sei kein Problem, es brauche dafür keine Ausbildung. Von diesem Image möchten die Bauern wegkommen.

Es wird heute jedoch als selbstverständlich vorausgesetzt, dass ein Bauer von Pflanzenzucht, von Obstbau, von Gemüsebau, von Ackerbau, von Tierzucht, von Tierpflege, von Milchwirtschaft, von Dünger und Bodenschutz, von Forst- und Waldwirtschaft usw. etwas verstehe. Dazu braucht es jedoch eine breit gefächerte oder je nachdem eine gezielte Ausbildung. Die Bauern möchten auf ihre Ausbildung, sie möchten auf ihren Beruf stolz sein. Natürlich gibt es viele ältere Landwirte, die keine Ausbildung vorweisen können, die [PAGE 473] aber hervorragend wirtschaften und die eine grosse, langjährige Erfahrung haben. Niemand denkt daran, dass nun diese erfahrenen Bauern noch eine Ausbildung absolvieren müssen, um die Beiträge zu erhalten. Es gibt sie auch, was Kollege Maissen gesagt hat, die vielen Nebenerwerbsbetriebe, vor allem im Berggebiet, die seit Jahren eine beschränkte, fast spezialisierte Landwirtschaft betreiben. Niemand will hier den Strukturwandel unnötig beschleunigen. Für all diese Fälle muss der Bundesrat Ausnahmen in der Verordnung vorsehen.

Es sollte aber nicht mehr möglich sein, dass sich irgendein Aussteiger, der noch nie landwirtschaftlich tätig war, einen kleinen Bauernhof kauft und sogleich in den Genuss von Direktzahlungen kommen kann. Junge Bauernsöhne oder -töchter haben heute die Möglichkeit, an unseren hervorragenden landwirtschaftlichen Schulen eine fast massgeschneiderte Ausbildung zu bekommen. Das will die grosse Mehrheit dieser Jungbauern und jungen Bäuerinnen auch. Sie möchten aber, dass dies für alle gilt, wie es in jedem anderen handwerklichen Beruf auch der Fall ist. Es geht ihnen um die Wertschätzung ihres Berufsstandes. Der Bundesrat hat die Anforderungen, die je nach Betriebsart oder Betriebsgrösse unterschiedlich sein können, in der Verordnung zu definieren. Dazu gehört auch das Festlegen der Kriterien, bei denen auf das Erfordernis der Ausbildung verzichtet werden kann. Dieses Erfordernis soll ja vor allem in die Zukunft gerichtet sein und nach vorne wirken, nicht rückwärts.

Ich bitte Sie mitzuhelfen, dass künftig nicht mehr jeder einfach Bauer sein, es jedoch werden kann. Ich bitte Sie, diesem Wunsch der Bauern nachzukommen und den berechtigten Antrag von Kollege Bieri zu unterstützen.