Giezendanner Benjamin · Nationalrat · 2025-05-06
Giezendanner Benjamin · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-05-06
Wortprotokoll
Die Durchgangsstrassen sollten per Definition die Erreichbarkeit der Regionen gewährleisten. Wenn Sie sie temporär sperren, ist genau in dieser Zeit die Erreichbarkeit dieser Regionen nicht gewährleistet. Wichtige Abschnitte könnten gesperrt werden, wenn wir diesen Vorstoss annehmen. Ich sage Ihnen, das wird einen Verkehrsinfarkt geben.
Wir schaffen hier ein Präjudiz, und es wird eben nicht nur die Kantonsstrasse im Kanton Uri gesperrt werden. Ich möchte Ihnen ein paar Zahlen nennen: Göschenen-Amsteg hat einen täglichen Durchschnittsverkehr von 8000 Fahrzeugen. Die H2, welche im Vorstoss erwähnt wird, geht von Basel bis Chiasso. Nehmen wir z.[NB]B. Muttenz-Liestal: Dort sind es 27[NB]000 Fahrzeuge. Wenn das Fernsehen nach Liestal oder Muttenz gehen würde, dann würde es, glauben Sie mir das, auch jemanden finden, der im Garten einen Gehörschutz überziehen muss.
Bevor Sie diesen Vorstoss annehmen, schauen Sie zu Kollega Storni. Er weiss schon, wieso er Kommissionssprecher ist. Die Tessiner werden dasselbe Mittel auch anwenden. Kennen Sie die Strecke zwischen Bellinzona Süd und Quartino? [PAGE 640] Da kommen Sie im Sommer nicht mehr durch. Es gibt keine Möglichkeit, dass Sie in weniger als einer Stunde nachhause kommen. Sie werden diesen Abschnitt sperren.
Die Erreichbarkeit der Regionen muss für die wirtschaftliche Landesversorgung gegeben sein. Ich weiss: Die Tessiner leiden, die Urner leiden, wir im Aargau leiden auch. Die H2 gibt es auch bei uns. Man könnte die Strecke Olten-Zofingen sperren, auch sie wird von täglich weit über 8000 Fahrzeugen befahren.
Es gibt wenige Möglichkeiten zur Lösung des Problems. Eine davon war der Ausbauschritt Step, ein Ausbau der Autobahnen. Man bündelt den Verkehr und nimmt ihn aus den Quartieren. Die anderen Möglichkeiten werden wir besprechen: Man könnte den Gotthardpass öffnen oder die Kapazitäten erweitern. Dazu braucht es eine Volksabstimmung.
Lehnen Sie diesen Vorstoss ab. Es wird nicht beim Urnerland bleiben, sondern es werden noch ganz andere Abschnitte bzw. Kantone vorstellig werden. Der erste wird der Kanton Aargau sein, das kann ich Ihnen garantieren.