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Caroni Andrea · Ständerat · 2025-06-02

Caroni Andrea · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion · 2025-06-02

Wortprotokoll

Blatten - den Namen dieses Dorfs im Walliser Lötschental kennen wir seit letztem Mittwoch alle. Der gigantische Berg- und Felssturz hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie mächtig Naturgewalten zuschlagen und wie klein sie uns Menschen erscheinen lassen können. Wir fühlen mit den Menschen in Blatten, die in kürzester Zeit viel mehr als nur ihr Hab und Gut und ihr Dach über dem Kopf verloren haben.

Unser Kollege Beat Rieder, der den grössten Teil seiner Zeit in Wiler, im Dorf neben Blatten, verbracht hat, hat einmal gesagt, das Lötschental sei sein Rückzugsort, also ein Ort, der einem Kraft gibt. Ich bin überzeugt, so geht es den meisten Bewohnerinnen und Bewohnern dieses aussergewöhnlichen Tals. Dass nun mit Blatten ein ganzes Dorf von einem Augenblick auf den anderen von der Karte verschwunden ist, ist unfassbar und herzzerreissend. Es ist eine Qual, dass man nicht weiss, ob die anderen Dörfer weiter unten im Tal in Sicherheit sind, wann mit dem Aufräumen begonnen werden kann und ob je wieder gefahrlos dort gelebt werden kann.

Katastrophen wie diese stellen aber nicht nur die Kraft der Natur, sondern auch die Kraft der Menschen unter Beweis: So bewundern wir die Kraft der Lötschentalerinnen und Lötschentaler. Ich habe grössten Respekt vor ihnen. Sie halten entschlossen zusammen und sagen unerschrocken: Wir bauen die zerstörten Existenzen wieder auf.

Wir werden auch Zeugen der Kraft der menschlichen Vorsorge. Wir sind alle dankbar, dass sich nicht noch Schlimmeres ereignet hat. Es ist nicht auszumalen, was geschehen wäre, wenn wir in den letzten Jahrzehnten nicht in den Schutz vor Naturgefahren und damit in den Schutz unserer Bevölkerung investiert hätten. Nur deshalb verfügen wir über ein[NB]so[NB]ausgeklügeltes Warn- und Präventionssystem, dank dem die Menschen in Blatten gewarnt und evakuiert werden konnten.

Ebenso beeindruckend finde ich die Kraft der Verantwortlichen der lokalen Behörden und Organisationen, die - fast immer in Miliz - unter sehr schwierigen Bedingungen ganz Grossartiges geleistet haben. Da hilft sicher neben der Erfahrung der Behörden im Wallis mit schwierigen Ereignissen auch das eingespielte Zusammenwirken, und zwar von der Gemeinde über den Kanton bis hin zum Bund. Allen Beteiligten gebührt unser allergrösster Dank.

Auch wir im Parlament nehmen Anteil am grossen Verlust der Menschen von Blatten und des ganzen Lötschentals. Das Krisenmanagement ist zwar Aufgabe der Exekutive. Aber wir als Parlament haben auch unsere Aufgabe, nämlich dafür zu sorgen, dass der Prävention und dem Schutz vor Naturereignissen das nötige Gewicht gegeben wird und dass die Strukturen und auch die Mittel da sind, um eine solche Katastrophe, wenn sie eintritt, bewältigen zu können.

Der Bergsturz von Blatten ist nun Teil der kollektiven Erinnerung unseres Landes. Blatten selbst ist aber nicht Geschichte und darf nicht Geschichte werden. Seine Bewohnerinnen und Bewohner können auf die Solidarität der Schweiz zählen, sei es durch persönliche Spenden, durch unmittelbare Hilfe bei der Krisenbewältigung oder auch bei einem Wiederaufbau. Sie sollen auch die Gewissheit haben, dass wir uns alle mit ihnen, den Betroffenen, verbunden fühlen und an sie denken. Das Leben ihrer Gemeinschaft wird weitergehen; es wird weitergehen dank ihrer eigenen Kraft und dank der Unterstützung eines Landes, dessen Motto, wie wir alle wissen, lautet: "Einer für alle, alle für einen." In diesem Sinne möchte ich den Bewohnerinnen und Bewohnern des Lötschentals und ganz besonders den Menschen in Blatten mit Gewissheit versichern: Wir sind bei euch.

Es gibt zum Glück auch weniger belastende Ereignisse, die wir vor Beginn dieser Session verinnerlichen und uns vergegenwärtigen wollen, zum Beispiel das folgende: Unsere Kollegin Céline Vara wurde am 27.[NB]März in die Neuenburger Kantonsregierung gewählt. Sie hat ihr Amt bereits angetreten, und wir wollen uns heute im Rat noch gebührend von ihr verabschieden.

Die politische Karriere von Céline Vara begann in der Neuenburger Gemeinde Cortaillod, wo sie zunächst Generalrätin und dann bis 2016 Gemeinderätin war. Danach zog sie als Vizepräsidentin der Grünen in den Neuenburger Grossen Rat ein. Am 20.[NB]Oktober 2019 wurde sie im idealen Alter, nämlich mit 35 Jahren, in den Ständerat gewählt. Sie sagte einmal, sie habe sich nie vorstellen können, Mitglied der kleinen [PAGE 362] Kammer zu sein, doch sei die Wahl für sie ein grosses Privileg. Vier Jahre später wurde sie von der Neuenburger Bevölkerung wiedergewählt.

Während ihrer Zeit bei uns im Ständerat war sie Präsidentin der Legislaturplanungskommission, sie war Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, der Aussenpolitischen Kommission, der Kommission für Rechtsfragen, der Sicherheitspolitischen Kommission.

Ganz besonders, liebe Céline, habe ich die ungezwungene, frohe und konstruktive Zusammenarbeit mit dir geschätzt, namentlich in der Subkommission der Kommission für Rechtsfragen zum Thema des Pacs, wo du deine Neuenburger Erkenntnisse gewinnbringend eingebracht hast.

Femme de conviction, son aplomb et sa verve auront accompagné nos débats sur les thématiques de la biodiversité, de l'environnement, de l'égalité des sexes et du surendettement, mais pas seulement. Avocate de profession, on lui doit notamment l'inscription de la condamnation du "revenge porn" dans le code pénal.

Autre succès à son palmarès, l'adoption par les Chambres fédérales de sa motion visant à réduire l'impact de l'armée sur la biodiversité, ainsi que son postulat sur l'adaptation des forêts au réchauffement climatique. Tout récemment, en mars 2025, nous avons voté en faveur de sa motion visant à trouver des moyens de mieux protéger les poissons et nous avons accepté son postulat qui vise une analyse de la protection de la santé physique et mentale des enfants et des jeunes.

Profondément attachée au canton de Neuchâtel où elle est née, où elle a étudié, a été admise au barreau et - je l'ignorais - a même été élue Miss Fête des vendanges, Céline Vara s'apprête à troquer les couloirs du Palais fédéral pour ceux du château de la capitale cantonale.

Comme tu l'as dit si justement, "je rentre à la maison". Nous te remercions pour ton engagement sans faille au sein de notre institution et t'adressons tous nos voeux de succès dans tes nouvelles fonctions de conseillère d'État. (Applaudissements ; le président remet un bouquet de fleurs et un cadeau à Mme Vara)