Pult Jon · Nationalrat · 2025-06-02
Pult Jon · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-06-02
Wortprotokoll
Ich hätte jetzt nicht erwartet, dass Sie, Herr Tuena, sozusagen zum Anwalt der deutschen Kritiker werden. Ich sage Ihnen etwas Grundsätzliches dazu: Das Falscheste, was wir als Parlamentarierinnen und Parlamentarier tun können, ist es, uns aufzuspielen, als ob wir die Programmdirektion wären. Das ist genau nicht die Idee eines unabhängigen - in der Schweiz übrigens nicht einmal öffentlich-rechtlich, sondern privat organisierten - Medienhauses mit öffentlichem Auftrag. Das Programm ist Sache der Programmdirektion und der Leute, die dafür eingestellt und bezahlt werden. Wenn wir hier beginnen, unser Fernseh- und Radioprogramm selber zusammenzustellen, dann führt das zur Katastrophe. Die Menschen hätten nichts mehr, was sie gerne konsumieren.
Aber was ich Ihnen sagen kann: Selbstverständlich ist es wichtig, dass auch Schweizer Filme, Schweizer Serien - von mir aus auch der Schweizer "Tatort" - produziert werden, das schafft doch einen gemeinsamen Kitt. Und wenn die Deutschen das nicht schauen, dann ist mir das eigentlich egal - ich würde ihnen aber wünschen, dass sie es schauen. Wichtig ist doch, dass die Schweizerinnen und Schweizer eigene Serien, Filme, Produktionen haben, die von der Schweiz erzählen, damit die Schweiz in der medialen Kultur repräsentiert ist. Das ist mediale Souveränität, und das ist kulturelle Souveränität - und das wollen Sie mit dieser Initiative schwächen.