Andrey Gerhard · Nationalrat · 2025-06-18
Andrey Gerhard · Nationalrat · Freiburg · Grüne Fraktion · 2025-06-18
Wortprotokoll
Ich kann beim besten Willen keine Verbesserung oder sogar Besserstellung des Zivildienstes von dieser Reform ableiten, wie das soeben vom Rapporteur der Kommission insinuiert wurde. Der Zivildienst ist mittlerweile eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Seit seiner Einführung hat er sich als sinnvolle und effiziente Ergänzung zum Militärdienst bewährt. Tausende junge Menschen leisten jährlich ihren Dienst dort, wo unsere Gesellschaft sie am dringendsten braucht, in Alters- und Pflegeheimen, in Schulen sowie in Umweltschutz und Naturschutz. Es sind genau diese Bereiche, in denen der Fachkräftemangel heute akut ist und in Zukunft voraussichtlich noch stärker spürbar sein wird.
Die nun vorliegende Gesetzesrevision ist ein Rückschritt, sowohl politisch wie auch gesellschaftlich. Sie stellt eine reine Abschreckungsstrategie dar und verfolgt das Ziel, den Zivildienst unattraktiver zu machen und damit ein vermeintliches Problem der Armee zu lösen. Doch diese Logik ist falsch. Die Vorlage unterstellt jungen Männern, ihre Motive für den Wechsel in den Zivildienst seien nicht legitim, und will ihnen deshalb Steine in den Weg legen. Das widerspricht nicht nur der Praxis der Beweisführung durch Tat, wie sie das geltende Recht vorsieht, sondern auch den Prinzipien unseres Rechtsstaates.
Die vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen sind nicht nur unverhältnismässig, sie verletzen auch Grundrechte, insbesondere die Gewissensfreiheit und das Recht auf ein ziviles Ersatzangebot. Hinzu kommt: Der Bedarf an Zivildienstleistenden nimmt zu. Dies bestätigt selbst das Bundesamt für Zivildienst in seiner Strategie 2024 plus. Die vorgeschlagenen Verschärfungen würden jedoch genau dort Einschnitte verursachen, auf Kosten der Gesellschaft, nicht zugunsten der Armee. Denn der grösste Teil derjenigen, die durch diese Revision vom Zivildienst abgeschreckt würden, würde wohl nicht einfach so zur Armee zurückkehren, sondern auf den Weg der Untauglichkeit gedrängt. Das ist das Gegenteil einer Lösung.
C'est pourquoi je vous demande, avec ma proposition de minorité, de ne pas entrer en matière. Les mesures proposées ne sont ni nécessaires ni efficaces. L'accès au service civil fonctionne actuellement selon des règles claires et éprouvées. La présomption de conflits de conscience est justifiée et conforme à la Constitution. Vouloir restreindre cet accès sous prétexte d'un afflux excessif d'admissions revient à porter atteinte à des droits fondamentaux, notamment la liberté de conscience. De plus, le Conseil fédéral n'a jamais démontré l'existence d'un véritable problème d'alimentation de l'armée : tous les chiffres montrent que les effectifs militaires sont stables, voire en augmentation. La réforme ne répond donc à aucun besoin réel.
En revanche, elle aurait des conséquences négatives importantes : une baisse massive des jours de services effectués, une pression sur les institutions d'affectation et une perte de prestations publiques essentielles. Nous rejetons également la logique punitive de ces mesures. Augmenter la durée minimale du service civil à 150 jours pour tous, interdire certains types d'affectations ou forcer une planification rigide des engagements, c'est punir ceux qui choisissent consciemment de s'engager pour la société. Ce n'est ni libéral, ni proportionné, ni nécessaire. En conclusion, cette révision nuit à un système qui fonctionne et ne résout aucun problème ailleurs. [PAGE 1165] Elle est antilibérale, juridiquement problématique et socialement néfaste.
C'est pourquoi je vous recommande de ne pas entrer en matière.