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Rosenwasser Anna · Nationalrat · 2025-06-19

Rosenwasser Anna · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-06-19

Wortprotokoll

Wenn die Forderungen einer Bewegung zu unbequem sind, dann streitet man sich stattdessen lieber über die Protestform. Beim Klima passiert das andauernd. Wir diskutieren seit Jahren über Klimakleberinnen und Klimakleber - beim Smalltalk, in Parlamenten, sogar am Gericht und an jedem erdenklichen Familienfest. Wenn wir über die Protestformen statt über das Problem diskutieren, profitiert der Status quo. Es ist Zeit, dass wir wieder über die Forderungen und Lösungen reden.

Im Fall des Klimas sind es milliardenschwere Ölkonzerne, die davon profitieren, dass wir möglichst langsam vorangehen. Alle anderen verlieren - übrigens auch wir hier drin, die wir zu den privilegiertesten Menschen in diesem Land und auf dieser Welt gehören. Die Klimakrise trifft uns alle, wenn auch unterschiedlich früh und unterschiedlich schwer. Die verletzlichsten Personengruppen sind am frühesten und stärksten betroffen. Auch deshalb ist es wichtig, nicht nur das Minimum gegen die Klimakrise zu unternehmen, sondern das Maximum.

Die Klimafonds-Initiative bietet eine sinnvolle Lösung für ein wahnsinnig komplexes Problem. Sie ist sehr viel [PAGE 1208] unaufgeregter und unemotionaler als das, worüber wir die vergangenen Jahre am Familientisch streiten mussten. Die Klimafonds-Initiative ist in meinen Augen so vernünftig, dass sie fast etwas langweilig ist. Sie fordert, dass wir einen Klimafonds anlegen, um öffentliche Investitionen zu ermöglichen. Es ist Geld, mit dem wir Gebäude isolieren, fossilfreie Heizungen einbauen, eine Solaroffensive starten könnten, also dort investieren könnten, wo es nachweislich langfristig am sinnvollsten ist. Diese Investitionen kosten Geld, eine Menge an Geld, die wirkt, als wäre es viel, bis wir uns klarmachen, was es uns kostet, wenn wir nichts unternehmen. Der Bericht zur langfristigen Klimastrategie der Schweiz sagt: Die Konsequenzen einer ungebremsten globalen Erwärmung kosten die Schweiz bis 2050 ungefähr 4 Prozent ihres Bruttoinlandprodukts. Das heisst, wenn wir nichts tun, kostet uns das jährlich 38 Milliarden Franken.

Die Klimafonds-Initiative ist das Gegenteil von Nichtstun. Sie anerkennt, dass nur hohe öffentliche Investitionen das Schlimmste abwenden können. Wenn wir nicht konsequent gegen die Klimakrise vorgehen, sind unsere Finanzen, unsere Landwirtschaft, unser Hab und Gut mit höchster, gut belegter Wahrscheinlichkeit gefährdet. Selbst wenn Sie Ihr Heu auf einer anderen Bühne haben als ich meines, unser Heu brennt. Wir müssen massive öffentliche Investitionen für den Klimaschutz sprechen, egal ob uns das Wohlergehen von allen oder nur das Wohlergehen von wenigen am Herzen liegt. Ich garantiere Ihnen, die Klimafonds-Initiative ist auch in Ihrem Interesse.

Ich bitte Sie deshalb, die Initiative zur Annahme zu empfehlen.