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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2025-06-19

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2025-06-19

Wortprotokoll

Blatten hat es dramatisch gezeigt. Vorher zeigte es sich in Gondo, im Tessin, in Brienz - ich könnte noch weitere Beispiele aufzählen. Der Klimawandel ist in der Schweiz angekommen. Andere Länder sind noch weit drastischer davon betroffen. Die Sahara hat sich massiv ausgeweitet, kein Leben ist dort für Menschen möglich. In Holland ist wegen der Erhöhung des Meeresspiegels schon viel Land weg. Sie kennen vielleicht den holländischen Humor, sie sagen bereits: Besuchen Sie Holland, solange es Holland noch gibt. In Indonesien sind Inseln weg bzw. unter Wasser. Naturkatastrophen werden sich leider häufen. Können wir das verantworten? Oder müssten wir nicht das tun, von dem wir wissen, dass wir es tun müssten, nämlich couragierte Massnahmen gegen eine weitere Klimaerwärmung, gegen den Verlust der Biodiversität ergreifen?

Es sind wir, wir Menschen, die leiden. Die Natur kann sagen: Mir ist es doch egal. Sie überlebt irgendwie. Das zeigt sich auch in Blatten: Es entsteht einfach eine neue Landschaft, vielleicht mit einem See. Dem Menschen aber wird die Lebensgrundlage entzogen, vielleicht stirbt er sogar.

Mit der Klimafonds-Initiative hätten wir eine gute Möglichkeit, um Mittel in Projekte zu investieren, beispielsweise in erneuerbare Energien oder in verbesserte Technologien, um Energie schon gar nicht zu verbrauchen bzw. weniger zu verschleudern, oder in den öffentlichen Verkehr, auch in den Regionen. Der Fonds wäre auch dafür da, den Umbau sozial verträglich zu gestalten, damit die Menschen vor diesem Umbau keine Angst haben müssen. Für die Arbeitnehmenden muss klar sein, dass ihre Existenzsicherung garantiert ist, wenn Jobs aus nicht gesundheitsverträglichen Arbeitsfeldern nicht mehr da sind, dass eine Weiterbildung ermöglicht wird, wenn ihr Job neu ausgestaltet wird oder wegfällt, dass eine Existenzsicherung da sein wird, dass die Lebenshaltungskosten weiterhin tragbar sind. Es ist ja eigentlich absurd, dass biologisches Essen heute teurer ist als konventionelles Essen, dass es sich also nicht alle leisten können, nachhaltig gut zu leben - das muss doch für alle möglich sein. Hier müssen wir etwas ändern. Es muss billiger sein, nachhaltig zu leben, nachhaltig einzukaufen.

Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen und alles Mögliche tun, um weitere Katastrophen zu verhindern, um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, alle Gletscher einfach schmelzen zu lassen und zu sagen: Ja, das hat es schon immer gegeben. Wir kennen nun die Folgen. Die Wissenschaft hat es deutlich bestätigt: Die Klimaerwärmung lässt beispielsweise die Gletscher schneller schmelzen, der Grund wackelt, und der Berg kommt runter. Und je wärmer es wird, desto mehr Bergstürze wird es geben; das ist beängstigend.

Aber das Erfreuliche ist, dass wir die Lösungen hätten - auch das ist wissenschaftlich bestätigt. Wir müssen nur endlich handeln. Deshalb Ja zu dieser Klimafonds-Initiative, damit unsere Kinder eine Zukunft haben und auch in den Bergen gesund und sicher sein können.