Michel Matthias · Ständerat · 2025-09-08
Michel Matthias · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion · 2025-09-08
Wortprotokoll
Ich kann gerne abschliessen. Dank der vielen zustimmenden Voten aus der Kommission kann ich mich kurzfassen. Von den vielen Argumenten, die ich zu Beginn vorgebracht hätte, kann ich eigentlich nur noch jene erwähnen, die noch nicht erwähnt worden sind.
Erstens möchte ich an Folgendes erinnern: Im Vergleich zur Debatte vor zweieinhalb Jahren, als wir die Motion Aebischer Matthias 20.3050, "Titeläquivalenz für die höhere Berufsbildung", mit 19 zu 16 Stimmen abgelehnt hatten, sind wir heute mit 6 Enthaltungen an einem anderen Ort. Damals war auch das Problem, dass wir - vielen ging es so, das zeigen die vielen Enthaltungen - die Verbundpartner in der Berufsbildung nicht politisch übersteuern und ihnen nicht von vornherein sagen wollten, was sie zu tun haben. Diese sollten zuerst arbeiten. Das haben sie getan. Sie haben jetzt jahrelang Pro und Contra und Alternativen geprüft und sind zu diesem Vorschlag gekommen. Ich denke, wir können darauf vertrauen. 18 Kantone sind zum Beispiel hauptsächlich Träger der höheren Fachschulen, sie sind Träger der Fachprüfungen. 18 Kantone haben diesem Vorschlag zugestimmt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband, der Schweizerische KMU-Verband, der Schweizerische Gewerbeverband, die Gewerkschaften usw. haben zugestimmt. Also wenn diese nicht wissen, ob das ein Mehrwert ist oder nicht, wer denn sonst? Diesen jetzt zu sagen, das stimme nicht, da wir am Mehrwert zweifeln würden, finde ich etwas schwierig. Ich würde jetzt darauf vertrauen.
Zweitens, es wurde erwähnt: Ein Drittel aller tertiären Abschlüsse inklusive Hochschulen und Universitäten stellen diese höheren Berufsbildungen dar, ein Drittel. Jetzt kann man sagen: Ja super, das funktioniert. Aber gleichzeitig nimmt die Nachfrage ab. Die Nachfrage und das Wachstum bei Hochschulen - Kollege Würth hat es erwähnt: teurer primär zulasten des Staates - nehmen zu. Hier haben wir aber zu wenig Nachfrage, und das ist auch durch die Verständlichkeit der Titel getrieben. Ich habe es als Bildungs- und Volkswirtschaftsdirektor im Kanton Zug erlebt. Die Internationalität ist nicht im Ausland, sie ist in der Schweiz. Viele international ausgerichtete Unternehmen stellen einfach mal Bachelors an, sie kennen gar nichts anderes. Da kommen sie anders gar nicht rein, in die HR kommen sie nicht rein. Das wird herausgefiltert. Ich muss diesen Firmen immer lange erklären, dass unsere hochqualifizierten Berufsleute, die genau das sind, was sie brauchen, über Abschlüsse verfügen, die eigentlich auf Bachelor-Niveau sind. Das entspricht auch dem nationalen Qualifikationsrahmen; also qualitativ ist das total vergleichbar. Diese Übersetzungsarbeit muss man immer leisten und das Kind beim richtigen Namen nennen, nämlich Tertiärabschluss, Bachelor oder Master. Ich glaube, es ist systematisch richtig, und es gibt Verständlichkeit und Orientierung.
Last, but not least: Wenn man von Akademisierung spricht, glaube ich, dass das Gegenteil der Fall ist. Wie viele Eltern und Jugendliche sagen: "Ja, ein Bachelor!", und dann drängen sie an die Hochschulen. Es wird eine Entlastung geben, wenn man einen solchen "Professional Bachelor" auf dem Weg der höheren Berufsbildung erwerben kann. Last, but not least: Zu meinen, es gäbe diese Titel nicht, wenn wir das jetzt ablehnen, ist falsch. Es gibt heute schon Beispiele dafür, dass sich gewisse Schulen mit ausländischen Anbietern zusammentun und dann quasi den ausländischen Titel "Bachelor" einkaufen, der dann häufig wahrscheinlich qualitativ nicht genau dem entspricht, was wir heute bieten. Es gibt auch Verbände, die sich bei ihren Alumni-Vereinbarungen mit Bachelor-Titeln rühmen. Diese Grauzone könnten wir, glaube ich, eigentlich bereinigen, indem wir einen legalen, anerkannten Weg vorgeben.
Ich bitte Sie wirklich, der Mehrheit zuzustimmen.