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Dormann Rosmarie · Nationalrat · 2003-09-18

Dormann Rosmarie · Nationalrat · Luzern · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-09-18

Wortprotokoll

Beim vorliegenden Antrag der Minderheit geht es um einen Grundsatzentscheid: Er betrifft die Parthenotenbildung, die heute weder in diesem noch in einem anderen Gesetz geregelt ist. Herr Gutzwiller, es hält uns nichts davon ab, vollständige Arbeit zu leisten. Da die Mehrheit der Kommission dieses Gesetz heute beraten will, wollen wir vollständige Arbeit leisten. Sie haben vorhin gesagt, man sei widersprüchlich, nachdem man einen Antrag auf Rückweisung gestellt hat und dann hier für die Aufnahme der Parthenotenbildung ins Gesetz eintritt.

Die Bildung einer Parthenote ist weder eine Illusion noch eine Utopie, sondern sie ist bereits erfolgt; erste Erfolge gibt es in den USA, die sind bekannt.

Deshalb unterstütze ich den Antrag der Mehrheit der Kommission, damit die Bildung einer Parthenote zwecks Entnahme von Stammzellen verboten ist. Gegen das eigentliche Verbot der Parthenotenbildung kommen denn auch keine Einwände, weder von Herrn Gutzwiller noch von Herrn Randegger. Einwände werden nur aus formaljuristischen und aus gesetzestechnischen Gründen gemacht. Die Bildung von Parthenoten muss aber in diesem Gesetz explizit verboten werden. Das Hinausschieben auf das Humanforschungsgesetz, wie es die Minderheit der Kommission will, ist eine Vertagung, vielleicht auf einige Jahre.

Gerade im Zeitpunkt der Beratungen dieser Vorlage konnten wir von einem grossen Forschungserfolg in den USA lesen, nachdem dort die Bildung einer Parthenote möglich geworden ist. Eine Parthenote ist ein durch eine so genannte eingeschlechtliche Fortpflanzung aus unbefruchteten Eizellen entstandener Embryo, der allerdings nicht entwicklungsfähig ist. Seine Bildung kommt aber unmissverständlich der verbrauchenden Forschung gleich, da durch die Mutierung von Eizellen die Gewinnung von embryonalen Stammzellen möglich wird. Aus dem eigenmächtigen Handeln des Schweizerischen Nationalfonds, der mittels Gutachten eine Lücke im Fortpflanzungsmedizingesetz gefunden und deshalb den Import von embryonalen Stammzellen unterstützt und bejaht hat, möchten wir die Lehren ziehen: Wir möchten hier die bereits bekannte Lücke schliessen und keine Grauzone offen lassen.

Ich bitte Sie namens der CVP-Fraktion, den Minderheitsantrag Gutzwiller abzulehnen und die Kommissionsmehrheit zu unterstützen.

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