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Stadler Simon · Nationalrat · 2025-12-08

Stadler Simon · Nationalrat · Uri · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-08

Wortprotokoll

Unsere Fraktion wird grundsätzlich der Mehrheit der Kommission folgen. Wir werden aber beim BSV die Minderheiten im Bereich der Familienorganisationen und im Bereich des Jugendmedienschutzes unterstützen.

Im Voranschlag finden Sie auch eine Nachmeldung des Bundesrates. Diese Nachmeldung betrifft den Bereich "Jugend und Sport". Und ja, ich kann es sagen: Unsere Fraktion hat aufgeatmet. Hier hat der Bundesrat nämlich doch noch eine Erhöhung des letztjährigen Budgets vorgenommen. Wie Sie alle wissen, wächst die Nachfrage bei "Jugend und Sport". Das heisst nichts anderes, als dass immer mehr Kinder und Jugendliche Sport treiben oder sich in den Jugendvereinen engagieren. Deshalb ist es konsequent, den Sport- und Jugendvereinen auch mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Minderheiten Gafner sehen Kürzungen in den Bereichen ETH und Innosuisse vor. Unsere Fraktion wird auch hier diese Kürzungen ablehnen und der Mehrheit folgen. Man darf sich in dieser geopolitischen Lage schon fragen, ob es sinnvoll ist, in diesem Bereich der Bildung zu sparen und somit unsere wichtigste Ressource zu schwächen.

Jetzt komme ich noch zu meiner Minderheit. Diese fordert, die Position "Kinderschutz/Kinderrechte" um 2 Millionen Franken aufzustocken. Ich weiss, ein Konto aufzustocken in Zeiten, in denen wir finanziell in engen Schuhen stehen, ist nicht populär. Aber ich bin überzeugt, dass wir auch in schwierigen Zeiten Prioritäten setzen können und müssen. Mit dem neuen Jugendmedienschutzgesetz haben National- und Ständerat bewusst die Möglichkeit geschaffen, dass der Bund Finanzhilfen für Präventionsangebote gewähren kann.

Wieso ist das wichtig? Heute sind Kinder und Jugendliche drei bis viereinhalb Stunden pro Tag auf den digitalen Medien. Es gibt eine Vielzahl von Gefahren auf verschiedenen Plattformen. Stichworte sind Cybermobbing, Cybergrooming und suchtartiges Verhalten. Cybermobbing erhöht das Risiko von Depressionen, Angst und Suizidgedanken. 7,1 Prozent der 11- bis 15-Jährigen zeigen eine problematische Social-Media-Nutzung. Fast die Hälfte der Mädchen in der Schweiz hat bereits Erfahrungen mit Cybergrooming gemacht. Cybergrooming ist die gezielte Manipulation von Minderjährigen und jungen Erwachsenen im Internet. Beim Cybergrooming bauen Erwachsene Kontakte mit Minderjährigen auf. Dabei geht es eigentlich immer um sexuelle Gefälligkeiten und um Missbrauch. Wir reden hier nicht von irgendeinem Darknet: 25 Prozent der Cybergrooming-Fälle finden auf Tiktok, 22 Prozent auf Instagram, 19 Prozent auf Facebook und 19 Prozent auf Whatsapp statt. Auch bei den Games findet Cybergrooming statt. So finden zahlreiche Kontaktaufnahmen von Erwachsenen mit Kindern und Jugendlichen bei Games wie Minecraft oder Call of Duty statt.

Ich glaube, die Zahlen sprechen für sich. Ich komme zum Schluss, dass wir handeln müssen. Aus diesem Grund möchten wir hier in die Prävention investieren, sodass die Kinder und Jugendlichen die Gefahr im Internet erkennen. Prävention im Bereich der digitalen Welt ist also nichts anderes als eine Schulung. Wir versuchen ja auch, den Kindern das Schwimmen beizubringen, damit sie nicht ertrinken.

Ich bitte Sie deshalb, überall der Mehrheit zu folgen und meine Minderheit bei der Position "Kinderschutz/Kinderrechte" wie auch die Minderheit Bürgin Yvonne bei der Position "Familienorganisationen" zu unterstützen.