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Brizzi Simona · Nationalrat · 2025-12-09

Brizzi Simona · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-12-09

Wortprotokoll

Mit dem Geschäft 21.403 stehen wir an einem entscheidenden Punkt für die Zukunft der familienergänzenden Kinderbetreuung in unserem Land. Als SP-Fraktion unterstützen wir das Ziel, die Anstossfinanzierung endlich in eine zeitgemässe, nachhaltige Lösung zu überführen. Die vorgesehenen 100 Millionen Franken über vier Jahre sind ein Schritt in die richtige Richtung. Aber es ist schlicht nicht genug.

Die Herausforderungen sind sichtbar. Familien stehen unter Druck - finanziell, organisatorisch und emotional. Für die SP ist zentral, dass gute Kinderbetreuung kein Luxus ist, sondern eine Voraussetzung für echte Chancengleichheit und eine gut funktionierende Arbeitswelt. Deshalb unterstützen wir die Minderheitsanträge, die an den ursprünglichen Beschlüssen des Nationalrates anknüpfen.

1.[NB]Die Qualität der institutionellen Kinderbetreuung ist zentral - pädagogisch, sozial und volkswirtschaftlich. Gute Betreuung braucht gut ausgebildetes Personal und angemessene Betreuungsverhältnisse. Qualität schafft auch Vertrauen, denn sie entscheidet auch darüber, ob ein Elternteil wieder in den Arbeitsmarkt einsteigt oder nicht. Zudem sind Investitionen in hochwertige frühkindliche Bildung einer der effizientesten Mitteleinsätze überhaupt. Eine hochwertige Betreuung schafft Orte, die Integration, Respekt und soziale Kompetenz fördern.

2.[NB]Wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken, und zwar für alle Familien. Die Minderheit Marti Min Li beantragt dafür 156 Millionen Franken an Bundesmitteln, eine Summe, die angesichts des volkswirtschaftlichen Nutzens mehr als gerechtfertigt ist. Investitionen in die frühe Förderung machen sich mehrfach bezahlt.

3.[NB]Wir setzen uns klar dafür ein, dass Kinder mit Behinderungen jene Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Die Mehrkosten einer Erhöhung auf den maximal dreifachen Betrag sind gering. Es sind 1,5 Millionen Franken. Wir haben gestern 1,4 Millionen für Kartoffeln ausgegeben. Es stehen in diesem Budget Mittel dafür zur Verfügung. Der Mehrwert für die betroffenen Familien ist von grosser Bedeutung, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Gerade bei Kindern mit sehr schweren Behinderungen ist der Nutzen vorschulischer Betreuung sehr gross. Das zeigen Studien. Das frühe Lernen senkt den Bedarf an teuren Sonderschulmassnahmen, verbessert langfristig ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und reduziert die Abhängigkeit von Sozialleistungen. Eine Betreuungszulage, die auch bis zum Dreifachen erhöht werden kann, ist kein Luxus.

Geben wir uns nicht mit einer Minimallösung zufrieden. Die Schweiz braucht eine Kinderbetreuungspolitik, die Qualität sichert, Familien entlastet, die berufliche Zukunft aller im Auge hat und Chancengleichheit fördert. Es sind Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft.

Unterstützen Sie die Minderheitsanträge Marti Min Li, Piller Carrard und Prelicz-Huber.