Herzog Eva · Ständerat · 2025-12-09
Herzog Eva · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2025-12-09
Wortprotokoll
Nach den ausgezeichneten Voten der Minderheitssprecherin und von Kollege Dittli wollte ich eigentlich ebenfalls nicht mehr sprechen. Auch ich bitte Sie, die Motion abzulehnen.
Folgende Zahl wurde genannt: Wir sprechen von 7 Prozent Hörerinnen und Hörer, die überhaupt noch ausschliesslich UKW hören. Ich melde mich jetzt wegen des guten Hinweises auf die Regionen, auf die Romandie zu Wort. Dieser Punkt wurde in der Kommission ebenfalls diskutiert, und wir nehmen ihn sehr ernst.
Aber zuerst noch einmal dies: Alle Beteiligten, auch im Hearing in der Kommission, unabhängig davon, ob sie für oder gegen die Abschaltung von UKW sind, sagen, die Zukunft sei digital - alle. Analog Radio hören ist out. Meine Kinder taten das nie, ausser, sie wurden quasi dazu gezwungen, weil ich gerade das Radio eingeschaltet hatte und sie mithören mussten. Das mache ich aber selten, da ich meist per Internet zeitversetzt Radio höre. Die Zukunft ist also digital, alle wollen dorthin.
Warum wollen wir diesem Weg jetzt nicht weiter folgen? Noch nicht alle Länder haben die analoge Übertragung abgestellt; sie werden das zum Teil erst in ein paar Jahren tun. Wir hingegen haben diesen Weg eingeschlagen. Jetzt zurückzugehen, was wir mit der Motion tun würden, wäre primär eine Verschwendung von Mitteln. Wir würden Geld in eine veraltete Technologie - UKW - investieren, die wir ja überwinden wollen. Wir würden sie damit erst ein paar Jahre später überwinden, und dieser Aufschub würde uns mehr Mittel kosten. [PAGE 1254] Das finde ich schade. Die gesamte Medienbranche beklagt seit Jahren, dass sie zu wenig Mittel für journalistische Inhalte hat. Stecken wir die Mittel doch in journalistische Inhalte.
Jetzt noch zur Romandie: Ich habe oft das Argument gehört, die ausländischen Sender würden die entsprechenden Anteile übernehmen. In der Schweiz wandern die Hörerinnen und Hörer im Durchschnitt jedoch nicht zu ausländischen, sondern vor allem zu privaten Sendern ab. Der Anteil ausländischer Sender ist klein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass lokale Sender, die über regionale Besonderheiten berichten, auf Dauer durch ausländische Sender ersetzt werden können. Sender mit lokaler Reichweite dürften keinen Verlust an Hörerinnen und Hörern erleben, der vergleichbar wäre mit dem Verlust der SRG mit ihrer nationalen Reichweite durch die Abwanderung vieler Hörerinnen und Hörer zu privaten Sendern.
Vor allem werden die Leute, die bisher immer noch keine Lust hatten, ein DAB-Radio zu kaufen, dies tun, wenn wir den eingeschlagenen Weg weitergehen. Dies geschieht dann zugunsten der SRG und zugunsten der Privaten, und die Mittel können in die journalistischen Inhalte gesteckt werden.
Ich bitte Sie wirklich, jetzt auf diesem Weg weiterzugehen. Es wurde alles gesagt. Es wurde auch erwähnt, wer ein Interesse daran hat, das nicht zu tun; es ist sicher nicht die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer. Das ist keine Glaubensfrage - die Zahlen zeigen es.