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Riklin Kathy · Nationalrat · 2003-09-25

Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-09-25

Wortprotokoll

Wir leben nicht von Milch, Käse und Fleisch allein. Kultur ist ein wesentlicher Teil unserer [PAGE 1527] Gesellschaft. In einer Schweiz mit vier Sprachen hat sich eine grosse Vielfalt an kulturellen Tätigkeiten entwickelt. Diese wollen wir fördern und stärken. Die CVP-Fraktion steht zum beantragten Kredit.

Die Arbeit der Pro Helvetia ist für den Zusammenhalt unseres Landes sehr wichtig. Vieles lässt sich an der Pro Helvetia kritisieren. Die ineffizienten Strukturen haben immer wieder zu öffentlichen Diskussionen Anlass gegeben. Auf den 1. Januar 2002 wurde die Stiftung reorganisiert. Wir begrüssen dies sehr. Es sind auch erste Erfolge sichtbar. Aber trotzdem: Spannungen zwischen Präsidium und Direktor werden immer wieder offensichtlich. Hier ist der Bundesrat gefordert.

Zurück zur Alltagsarbeit der Pro Helvetia: Wenn jährlich rund 4600 Gesuche zu bearbeiten sind, kann keine einhellige Zufriedenheit bei Kulturschaffenden und Publikum erwartet werden. Welche Kultur soll die Pro Helvetia fördern? Welche Personen erhalten Beiträge? Ich begrüsse es sehr, dass die Pro Helvetia die kulturelle Erneuerung fördern will. Wir sind keine statische Schweiz; wir schauen vorwärts. Nur die Förderung von Volksmusik wäre sicher nicht im Sinne der Kulturschaffenden in der Schweiz.

Auch die Aktivitäten im Ausland sind sehr wichtig und klar im Bundesgesetz betreffend die Stiftung Pro Helvetia festgehalten. Aber auch die einzelnen Auslandstätigkeiten müssen immer wieder überprüft werden. Wir hatten in Krakau Gelegenheit, mit den Verantwortlichen der Pro Helvetia der Visegrad-Antenne zu sprechen. Soll die Schweiz so kleine Aussenstellen finanziell unterstützen, die zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben haben? Wäre es nicht besser, sich auf wenige Standorte zu beschränken, dort aber eine professionell und qualitativ hoch stehende Arbeit zu tun? Es fällt auf, dass der ganze deutsche Raum ein weisser Fleck auf der Pro-Helvetia-Karte ist.

Welche Aufgaben sollen die Kulturattachés übernehmen? Wir erwarten, dass hier eine effiziente, befruchtende Zusammenarbeit stattfindet.

Die CVP-Fraktion unterstützt den Entwurf des Bundesrates; der Vierjahresbeitrag wurde bereits auf 137 Millionen Franken reduziert. Damit wird nur die Teuerung ausgeglichen. Für die CVP als nationale Partei ist die Kulturförderung und -verbreitung eine sehr wichtige Aufgabe. Sie zahlt sich auch ökonomisch aus. Eine Studie zum Zürcher Kulturangebot hat die hohe wirtschaftliche Wertschöpfung der kulturellen Aktivitäten aufgezeigt. Für meine Heimatstadt Zürich sind die grosse kulturelle Vielfalt und die hohe Qualität der kulturellen Aktivitäten ein grosser Standortvorteil. Viele Personen aus der Wissenschaft und aus der Wirtschaft nehmen aus diesen Gründen gerne im Raum Zürich Wohnsitz. Wir sind froh, dass die Pro Helvetia diese wichtigen kulturfördernden Aufgaben in der ganzen Schweiz übernimmt, z. B. auch Beiträge an das literarische Schaffen spricht.

Die CVP-Fraktion lehnt den Minderheitsantrag Pfister Theophil ab.