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Umbricht Pieren Nadja · Nationalrat · 2025-12-17

Umbricht Pieren Nadja · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-17

Wortprotokoll

Mein Vorredner hat es gerade gesagt: Was diese Initiative hier fordert, ist eine Zwängerei. Volk und Stände haben im Jahr 2018 mit der Pestizid-Initiative und im Jahr 2021 mit der Trinkwasser-Initiative zweimal sehr deutlich Nein zum staatlichen Ernährungszwang und auch Nein zur Zerstörung unserer produzierenden Landwirtschaft gesagt. Nun müssen wir uns einmal mehr zu diesem Thema äussern.

Die Ernährungs-Initiative will den Selbstversorgungsgrad erhöhen, aber bremst gleichzeitig die produzierende Landwirtschaft aus, paradox und unüberlegt. Was aber an Arroganz kaum zu toppen ist, ist die Forderung nach mehr pflanzlichen Lebensmitteln auf Kosten von tierischen Lebensmitteln. In der Schweiz ernähren sich lediglich 0,7 Prozent vegan, etwa 5,4 Prozent sind Vegetarier. Und nun wollen die Initianten also rund 95 Prozent der Bevölkerung staatlich umerziehen und vorschreiben, was bei Herrn und Frau Schweizer auf den Teller kommen soll. Mündige Leute können selber entscheiden, was eine gesunde und ausgewogene Ernährung [PAGE 2406] ist. Dazu gehören auch tierische Produkte wie Fleisch, Eier und Milchprodukte.

Über die Umsetzung der Initiative können wir nur spekulieren. Entweder bestimmen Herr und Frau Schweizer weiterhin selber, was auf ihren Tellern landet. Das bedeutet, dass in der Schweiz produzierte tierische Produkte weiterhin, aber zu einem sehr hohen Preis, kaum bezahlbar, konsumiert werden. Tierische Produkte werden also zu einem Luxusgut, welches sich nur Reiche leisten können. Alle anderen müssen sich mehrheitlich ungesund und ohne tierische Produkte ernähren. Da bleibt nur zu hoffen, dass künstliche Nahrungsmittelergänzungsprodukte erschwinglich sind, damit der Körper, insbesondere bei Kindern im Wachstum, sich auch gesund entwickeln kann. Oder wir werden künftig auch tierische Produkte konsumieren, sie aber aus dem Ausland importieren. Hier wird es wahrscheinlich so sein, dass Herr und Frau Schweizer eine staatliche Strafsteuer bezahlen müssen und die tierischen Produkte teurer werden, jedoch noch erschwinglich sind. Nicht gerade eine vielversprechende Option - man bedenke, dass wir in der Schweiz das strengste Tierschutzgesetz haben und mit gutem Gewissen tierische Produkte konsumieren können, was bei ausländischen Produkten nicht immer der Fall ist.

Deshalb: Ein Nein zu dieser extremen Initiative ist die einzig richtige Antwort. Wir wollen keinen staatlichen Veganzwang, sondern weiterhin gesunde, ausgewogene und einheimisch produzierte Lebensmittel produzieren können.

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