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Glur Christian · Nationalrat · 2025-12-17

Glur Christian · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-17

Wortprotokoll

Wollen Sie sich in Zukunft vom Staat vorschreiben lassen, was auf Ihrem Teller landet? Genau darauf läuft die sogenannte Ernährungs-Initiative hinaus. Unter dem schönen Vorwand von Nachhaltigkeit und Gesundheit soll immer stärker reguliert, eingeschränkt und kontrolliert werden, was produziert, verkauft und gegessen werden darf. Statt Freiheit und Eigenverantwortung gibt es Bevormundung und staatliche Einmischung, und das auf Kosten der produzierenden Landwirtschaft.

Für die Bäuerinnen und Bauern bedeutet diese Initiative vor allem eines: noch mehr Vorschriften, noch mehr Kontrollen und noch höhere Produktionskosten. Bereits heute kämpfen viele Betriebe mit einem enormen bürokratischen Aufwand und wirtschaftlichen Druck. Neue Auflagen würden für viele das Aus bedeuten. Unter dem Vorwand, den Selbstversorgungsgrad auf 70 Prozent zu erhöhen, will man die Bauern dazu zwingen, mit der Viehhaltung aufzuhören, und das in einem Land, in dem der Grünlandanteil zum Teil über 70 Prozent ausmacht. Ja, da frage ich mich schon, wer ausser unseren Raufutterverzehrern wie Kühen, Rindern und Schafen das viele Gras fressen soll.

Gleichzeitig setzt die Initiative unsere Versorgungssicherheit aufs Spiel. Wenn im eigenen Land weniger produziert wird, müssen mehr Lebensmittel importiert werden. Diese stammen oft aus Regionen mit deutlich schlechteren Umwelt- und Arbeitsstandards. Das ist absurd. Man schadet der eigenen Landwirtschaft, während man das Fleisch im Ausland einkauft, nur damit das Gewissen beruhigt werden kann. Zudem erachte ich es als sehr unwahrscheinlich, dass die Konsumenten mit dem Fleischkonsum aufhören werden. Denn trotz enorm viel Werbung in den letzten Jahren ist der vegane[NB]Fleischersatz rückläufig, und der Anteil Veganer hat nicht einmal 1 Prozent der Bevölkerung erreicht.

Auch für die Konsumenten hätte die Initiative spürbare Folgen: höhere Preise, weniger Auswahl, mehr staatliche Einflussnahme auf das tägliche Leben. Statt selbst zu entscheiden, was auf dem Teller liegt, würden Regeln, Einschränkungen und Lenkungsmassnahmen den Speiseplan bestimmen.

Diese Initiative trifft nicht die grossen Konzerne, sie trifft die bäuerlichen Familienbetriebe, die seit Generationen unsere Lebensmittel produzieren. Sie stehen jeden Tag früh auf, arbeiten hart und tragen Verantwortung für Mensch, Tier und Natur. Und genau diese Menschen sollen jetzt noch weiter eingeschränkt werden.

Darum ist klar: Diese Vegi-Initiative ist bevormundend, realitätsfremd und gefährlich für die Zukunft unserer Landwirtschaft. Wer Freiheit, Eigenverantwortung und eine sichere regionale Lebensmittelversorgung will, muss sie entschieden ablehnen.