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Knutti Thomas · Nationalrat · 2025-12-17

Knutti Thomas · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-17

Wortprotokoll

Wir beraten hier eine Vorlage, die sich zwar Ernährungs-Initiative nennt, in Wahrheit aber eine Vegi-Initiative ist - man könnte auch sagen: eine Umerziehungs-Initiative, weil man uns hier vorzuschreiben versucht, was wir in Zukunft zu essen haben. Das geht doch nicht. Eine Zahl in der Initiative hat mir aber, sogar auf Anhieb, gefallen: ein Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent. Das hat mir gefallen, aber doch nicht nur mit pflanzlichen Produkten!

Es wurde hier schon mehrmals gesagt, dass wir laut dem Agrarbericht einen Selbstversorgungsgrad von 46 Prozent haben. Das heisst nichts anderes, als dass 54 Prozent der Lebensmittel in unser Land importiert werden müssen. Was passiert bei einer Knappheit, was passiert bei einer Krise? Es fehlen uns Lebensmittel, und die Regale in den Einkaufsläden bleiben leer. Das ist Fakt, daher stehe ich für eine möglichst gute Lebensmittelversorgung in der Schweiz ein. Ich wünsche mir tatsächlich einen Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent bei allen Produkten.

Die Initiative verlangt nichts anderes als eine fundamentale Umgestaltung unserer Land- und Ernährungswirtschaft, weg von tierischen Produkten, hin zu staatlich gesteuerten Ernährungsproduktionsvorschriften. Ich bin daher froh, haben sowohl der Bundesrat als auch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben klar aufgezeigt, dass diese Forderungen nicht nur unrealistisch sind, sondern unser Land in eine gefährliche Schieflage bringen würden. Die Initiantinnen und Initianten versprechen eine höhere Selbstversorgung, sauberes Wasser und mehr Nachhaltigkeit - ja, das wollen wir alle -, aber sie verschweigen, dass die geforderte Erhöhung des Nettoselbstversorgungsgrades von heute 46 Prozent auf mindestens 70 Prozent innerhalb der vorgegebenen Frist bei gleichzeitig strengeren Umweltzielen schlicht nicht realisierbar ist.

Damit wird klar, dass diese Initiative nichts anderes ist als ein Versuch, durch die Hintertür eine staatlich verordnete Ernährungsform einzuführen. Unsere bäuerlichen Betriebe würden gezwungen, ihre Produktion in kürzester Zeit komplett umzubauen. Investitionen, die jahrzehntelang geplant und finanziert wurden, könnten nicht mehr amortisiert werden. Ganze Wertschöpfungsketten von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zur Gastronomie und zum Detailhandel würden unter Druck geraten. Der Bundesrat warnt zu Recht vor enormen Kosten für die Übergangsmassnahmen, die es bräuchte, damit die sozialen Schäden überhaupt abgefedert werden könnten.

Diese Vegi-Initiative ist daher nicht nur ideologisch überladen, sondern auch wirtschaftlich unverantwortlich. Sie gefährdet die Stabilität unserer Ernährung, statt sie zu sichern, und sie schwächt die Landwirtschaft, statt sie zu stärken. Es ist wichtig, festzuhalten, dass der Bundesrat mehrere Anliegen der Initiative anerkennt, etwa die Bedeutung einer nachhaltigen Landwirtschaft, den Schutz der Ressourcen und die Stärkung der Ernährungssicherheit. Genau deshalb will er diese Themen verantwortungsvoll in die Agrarpolitik 2030 integrieren, aber mit realistischen Zielen, mit Planungssicherheit und ohne bevormundende Eingriffe in das Konsumverhalten der Bevölkerung.

Ich stehe für Eigenverantwortung statt Ernährungszwang, für eine selbstbestimmte und vielfältige Landwirtschaft statt staatlich verordnetem Produktionszwang. Wir wollen die Herausforderung in der Ernährungssicherheit ernst nehmen, aber in vernünftigen Schritten.

Daher bitte ich Sie, diese Initiative zur Ablehnung zu empfehlen.