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Strupler Manuel · Nationalrat · 2026-04-27

Strupler Manuel · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-04-27

Wortprotokoll

Um es vorwegzunehmen: Ich schätze es natürlich, wenn die Landwirtschaft, insbesondere die zukünftige Generation, gestärkt werden soll. Dieser Vorstoss ist sicher gut gemeint; leider ist gut gemeint aber nicht immer auch gut gemacht. Ich bin ehrlich: Ich hatte anfangs auch Sympathie für diesen Vorstoss. Bei genauer Betrachtung merkt man aber sofort, dass der Fehler schon im Titel steht. Die Starthilfe soll für junge Landwirte und Landwirtinnen eingesetzt werden, um ihnen zu ermöglichen, den Hof zu übernehmen und weiterzuentwickeln.

Es erstaunt mich deshalb nicht, dass die Junglandwirtekommission des Schweizer Bauernverbandes sich mit dem Vorstoss auseinandergesetzt hat und ganz klar zum Schluss gekommen ist, diese Motion zur Ablehnung zu empfehlen. Sie alle haben von ihr ein Mail mit der Begründung bekommen. Ihre ablehnende Haltung begründet sie mit der berechtigten Angst, dass so die Betriebe von der Vorgeneration noch später übergeben werden, da die Starthilfe bis 40 bezogen werden kann. Für eine zukünftige, für eine starke, für eine innovative Landwirtschaft sind aber junge, motivierte Kräfte wichtig. Sie sollen nicht erst mit 40 in die Verantwortung kommen, sondern schon früher, spätestens mit 35, die Verantwortung übernehmen.

Zudem ist es richtig, gerade Investitionen in Gebäude - und wir reden da schnell von Millionenbeträgen - in frühen Jahren zu tätigen, damit man länger Zeit hat, sie zu amortisieren. Der Betrieb soll dann später weniger verschuldet übergeben werden können, wenn man mehr amortisiert hat. Aber auch ganz wichtig ist, und das haben wir auch schon ein paarmal politisch diskutiert: Die Landwirtinnen und Landwirte sollen auch länger Zeit bekommen, sich neben der Rückzahlung der Kredite eine eigene Pension anzusparen und somit nach Erreichen des Pensionsalters abgesichert zu sein.

Die Starthilfe, es wurde gesagt, wird aus dem Fonds de Roulement ausgeschüttet. In diesem Fonds haben wir momentan schon zu wenig Geld. Einige Kantone mussten viele Gesuche zurückstellen, weil dort kein Geld vorhanden war. Wenn wir jetzt die Möglichkeit für den Bezug noch ausdehnen, müssen dort vom Bund zusätzlich Mittel geäufnet werden, oder - das ist wahrscheinlicher in diesem Parlament, jetzt, da wir[NB]sparen[NB]müssen - die Junglandwirte bekämen weniger Mittel.

Zum Schluss sind auch die Zahlen, die in der Motion genannt werden, noch etwas zu hinterfragen. Ja, das durchschnittliche Übernahmealter ist in den letzten Jahren gestiegen. Dies geschah aber vor allem auch, weil jüngere Ehefrauen beim Erreichen des AHV-Alters der Ehemänner den Betrieb übernommen haben, damit der Betrieb bis zum 65.[NB]Lebensjahr der Ehefrau weiter direktzahlungsberechtigt bleibt. Rechnet man diese Übernahmen weg, ist auch heute das Übernahmealter[NB]33. Also man sieht: Es ist gar nicht nötig, die Altersgrenze für die Starthilfe anzuheben.

Folgen Sie deshalb bitte der Bitte der Junglandwirte. Ich glaube, das ist die richtige Kommission, es sind die richtigen Leute. Sie sind in der Verantwortung; es wurde von Kollege Baumann ausgeführt. Sie sind Betriebsleiter, oder sie sind daran, Betriebsleiter zu werden, oder sie sind schon in einer Generationengemeinschaft. Aber eben: Sie möchten jung Verantwortung übernehmen, sie möchten die Landwirtschaft in Zukunft prägen und unsere Lebensmittelversorgung mit ihrer Arbeit sichern. Das muss man im besten Alter machen. Ich bin 46, ich fühle mich auch noch jung. Aber wenn ich auf dem Schwingplatz die jungen Athleten sehe, dann weiss ich: Manuel, du bist alt, du bist nicht mehr voll im Saft. Setzen wir doch das Geld für die Leute ein, die motiviert sind, jung sind, anpacken möchten, und verwässern wir hier nicht etwas unnötig.

Wie gesagt, ich bitte Sie deshalb, diese Motion abzulehnen. Ich bin ganz sicher: Es gibt genügend bessere Möglichkeiten, wie Sie die Schweizer Landwirtschaft, die Bauernfamilien in unserem Land unterstützen können, als die Altersgrenze für den Bezug der einmaligen Starthilfe auf 40 hochzusetzen.