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Rumy Farah · Nationalrat · 2026-04-28

Rumy Farah · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-04-28

Wortprotokoll

Wir sprechen jetzt über die Arbeitszeiten und Überstunden. Hier liegt der Hebel, um im Alltag der Pflegefachpersonen wirklich etwas zu verändern, und hier bitte ich Sie, dem Bundesrat in allen Punkten zu folgen.

Überstunden sind im Gesundheitswesen eine Realität. Dienste werden einfach verlängert - man bleibt länger, weil niemand da ist, der übernehmen kann, und genau das hat eben Folgen. Wenn Erholungszeit fehlt, steigt die Belastung, und mit steigender Belastung sinkt die Konzentration. Studien zeigen, dass lange Dienste, Überstunden und fehlende Ruhezeiten direkt mit mehr Fehlern in der Gesundheitsversorgung zusammenhängen. Gleichzeitig kommt es häufiger vor, dass Pflegehandlungen ausgelassen werden oder später erfolgen, weil schlicht die Zeit fehlt und Pflegende an mehreren Fronten gleichzeitig sein müssen. Das wirkt sich ebenfalls direkt auf die Versorgung und die Patientensicherheit aus. Studien belegen, dass Personalmangel das Risiko von Komplikationen und Todesfällen massiv erhöht.

Auch bei den Patientinnen und Patienten sehen wir klare Zusammenhänge, denn sie werden immer unzufriedener, und die Pflegequalität nimmt ab. Das betrifft Menschen, unsere Eltern, unsere Kinder, unsere Partnerinnen und Partner, und für sie wollen wir doch eine gute Versorgung.

Genau darum geht es bei den betreffenden Artikeln. Sie sind ein wichtiger Schritt, um die Versorgung sicherzustellen. Artikel 5 Absatz 3 gibt dem Bundesrat die Möglichkeit, den Mindestausgleich für Überzeit anzupassen, wenn es [PAGE 707] nötig ist. Diesen Absatz zu streichen, bedeutet, auf ein Instrument zu verzichten, das zu Entlastung führen wird. Bei Artikel 7 geht es darum, wie Überstunden ausgeglichen werden. Gemäss dem Entwurf des Bundesrates sollen Überstunden durch Freizeit ausgeglichen werden. Wenn das nicht möglich ist, braucht es eine Entschädigung mit Zuschlag. Es braucht klare Vorgaben, wie viele Überstunden überhaupt geleistet werden dürfen. Wenn wir diese Bestimmung wieder abschwächen, bleibt die Grundbelastung bestehen, und die Folgen bleiben es ebenfalls.

Deshalb bitte ich Sie, meinen Minderheitsantrag zu Artikel 5 Absatz 3 zu unterstützen und diesen Absatz beizubehalten. Ich bitte Sie ebenfalls, meine Minderheit[NB]II zu Artikel 7 Absätze 1 und 2 und meine Minderheit zu Artikel 7 Absätze 3 und 4 zu unterstützen und damit dem Entwurf des Bundesrates zu folgen.