Trede Aline · Nationalrat · 2026-04-30
Trede Aline · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2026-04-30
Wortprotokoll
Diese Initiative ist wichtig. Sie ist inhaltlich wichtig, aber auch prozedural wichtig, weil es darum geht, unsere Demokratie zu stärken und endlich wieder eine proaktive Diskussion zu führen. Wir wissen, wie derzeit international mit demokratischen Rechten umgegangen wird. Wir müssen dem etwas entgegenhalten und nicht im gleichen Fahrwasser mitschwimmen. Deshalb ist es wirklich gut, dass wir wieder einmal über den Viertel der Schweizerinnen und Schweizer sprechen, die es zwar sind, die aber keinen Schweizer Pass und somit nicht die gleichen Rechte haben, was unrecht ist.
Ich habe mir überlegt: Was sage ich zu dieser Initiative? Denn wenn ich diesen Text lese, dann ist das ein totaler "no-brainer". Warum ist das nicht einfach längstens umgesetzt? Warum sprechen wir nicht darüber, dass eine Person, die hier geboren wird, automatisch Schweizerin oder Schweizer wird? Warum müssen wir überhaupt noch über die Zweit- und Drittgeneration sprechen? Logisch sind das Schweizerinnen und Schweizer - das wäre meiner Meinung nach die Diskussion.
Aber nein, wir haben es gehört, es werden wieder Feindbilder heraufbeschworen. Ich möchte doch noch einmal festhalten, um wen es bei dieser Initiative geht: in erster Linie um Menschen, und zwar um Menschen wie beispielsweise die frühere SVP-Nationalrätin Yvette Estermann, die hier gewählt wurde und die für die Schweiz Politik gemacht hat, oder die verstorbene, sehr berühmte Sängerin Tina Turner, die fast ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat und Schweizerin geworden ist, oder meinen Vater. Das sind die Menschen, um die es in dieser Initiative geht.
Das ist auch mein einziger Kritikpunkt an der Initiative: Sie geht viel zu wenig weit. Unsere Schweiz ist eine offene [PAGE 831] Schweiz. Die Menschen, die hier leben, die Teil der Gesellschaft sind, egal woher sie kommen, sind Schweizerinnen und Schweizer, Punkt. Das sollten wir eigentlich, wie ich gesagt habe, mit der Geburt per se so festhalten. Das ist aber heute nicht das Thema, weil es nicht der Inhalt dieser Initiative ist. Aber es muss auf jeden Fall viel schneller gehen. Die Initiative ist deshalb das Minimum. Seien wir menschlich.
Ich gehe davon aus, dass das mein letztes Votum in diesem Saal war. Ich werde die leeren Ränge vermissen und auch die volle Wandelhalle. Es war mir eine Ehre, mit Ihnen im Nationalrat zu sein. (Beifall)