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Guggisberg Lars · Nationalrat · 2026-06-08

Guggisberg Lars · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-08

Wortprotokoll

Wenn wir heute über die Blackout-Initiative und den indirekten Gegenvorschlag sprechen, dann sprechen wir nicht über ein theoretisches Szenario. Wir sprechen über die Frage, ob die Schweiz auch in Zukunft eine sichere, stabile und verlässliche Stromversorgung gewährleisten kann. Wir sprechen vor allem auch über die Auswirkungen auf unser Gewerbe und unsere kleinen und mittleren Unternehmungen. Denn eines ist klar: Ohne Strom funktioniert unsere Wirtschaft nicht.

Unsere KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft, sie stellen Arbeitsplätze bereit, bilden Lernende aus, investieren in Innovation und sorgen für Wertschöpfung in allen Regionen unseres Landes. Doch genau diese Unternehmen sind auf eine stabile Energieversorgung angewiesen. Für einen Industriebetrieb bedeutet ein Stromausfall Produktionsstillstand, für das lokale Gewerbe bedeutet er Umsatzausfälle. Für Gastronomie, Gesundheitswesen, Logistik kann bereits ein kurzer Unterbruch gravierende Folgen haben. Anders als Grosskonzerne können viele KMU nicht über umfangreiche Reserven oder komplexe Notfalllösungen verfügen. Deshalb ist Versorgungssicherheit keine Nebensache; sie ist eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe.

Die vergangenen Jahre haben uns deutlich gezeigt, wie verletzlich die Energieversorgung geworden ist. Die geopolitischen Spannungen, volatile Energiemärkte und die steigende Elektrifizierung unserer Wirtschaft erhöhen den Druck auf unser Stromsystem. Gerade deshalb müssen wir heute Verantwortung übernehmen. Die Blackout-Initiative und der Gegenvorschlag setzen hier ein wichtiges Zeichen. Sie verlangen Technologieoffenheit und dass Versorgungssicherheit wieder oberste Priorität erhält. Denn wir dürfen nicht zulassen, dass die Schweiz in eine Situation gerät, in der Stromknappheit zur neuen Normalität wird. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Wer investiert, wer Arbeitsplätze schafft und wer langfristig Verantwortung übernimmt, muss darauf vertrauen können, dass die Energieversorgung zuverlässig bleibt, im Sommer wie im Winter.

Es geht dabei nicht um Ideologie, es geht um Pragmatismus. Eine starke Wirtschaft braucht eine starke Infrastruktur, und eine starke Infrastruktur braucht eine sichere Energieversorgung. Gerade für unser Gewerbe ist das entscheidend, denn die steigenden Energiekosten und die Unsicherheit auf den Märkten belasten unsere KMU bereits heute erheblich. Wenn wir gleichzeitig nicht ausreichende Kapazitäten sichern, gefährden wir unseren Werkplatz und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Genau deshalb sind die Initiative und der Gegenvorschlag wichtig. Sie stärken das Vertrauen in unseren Standort, sie stärken die Versorgungssicherheit, und sie stärken jene Unternehmen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen. Die Sicherung unserer Stromversorgung ist eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft und der Verantwortung gegenüber unserem Land.

Darum bitte ich Sie, die Anliegen der Blackout-Initiative und des Gegenvorschlags ernst zu nehmen: für Technologieoffenheit, für unsere KMU, für unser Gewerbe und für die Zukunft der Schweiz.