Silberschmidt Andri · Nationalrat · 2026-06-09
Silberschmidt Andri · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2026-06-09
Wortprotokoll
Frau Kollegin Prelicz-Huber, dass die grosse Mehrheit mehr bezieht, als sie einbezahlt hat, hat nicht nur damit zu tun, dass wir unbegrenzte Lohnbeiträge haben, sondern vor allem auch damit, dass wir im Gesetz Finanzierungsversprechen haben, die nicht finanziert sind und die die nächste Generation finanzieren muss. Wenn Sie ein Gesetz machen, von welchem die Mehrheit profitiert und bei welchem man nicht für die vollen Kosten geradestehen muss, dann ist klar, dass eine Mehrheit weniger einbezahlt, als sie bezieht. Das ist für mich eher ein Indiz, dass das Sozialwerk nicht nachhaltig aufgestellt ist, als dass irgendetwas mit der Umverteilung nicht funktionieren würde.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Menschen, die heute für wenig Lohn arbeiten, diesen Lohn brauchen. Ich bin Arbeitgeber in der Gastronomie; ich kann Ihnen sagen: Wir schauen, dass wir gute Löhne bezahlen können. Aber wenn jeder Gast uns sagt, die Preise seien jetzt schon hoch, und wir unser Angebot in Zukunft noch teurer anbieten müssen, wenn die Mehrwertsteuer angehoben wird, wird es schwierig. Wir müssen schauen, ob wir eine Lohnerhöhung gewähren können, weil die Lohnnebenkosten für mich als Arbeitgeber steigen, und wir müssen darauf achten, dass wir am Schluss noch genügend Geld haben, um in die Firma investieren zu können. Ich kenne die Realität in der Wirtschaft sehr gut. Das Geld wächst nicht auf den Bäumen. Sie müssen das jeden Tag hart verdienen. Einfach zu meinen, dass man gleichzeitig immer schöne Lohnerhöhungen sprechen und die Preise tief halten kann, ist ein Märchen, das in der Wirtschaft nicht Realität ist.