Brüngger Severin · Ständerat · 2026-06-16
Brüngger Severin · Ständerat · Schaffhausen · FDP-Liberale Fraktion · 2026-06-16
Wortprotokoll
Es wird Sie vielleicht nicht wundern, dass die Ständeräte aus dem Kanton Schaffhausen sich hier melden. Ich lege auch meine Interessenbindung offen: Ich bin Ständerat des Kantons, in welchem die Pistole 26 produziert werden soll. Ich habe sogar meine Berufslehre bei der Schweizerischen Industriegesellschaft (SIG) in Neuhausen am Rheinfall gemacht, die vor 173 Jahren gegründet wurde und also schon über 170 Jahre lang in der Region besteht. Wir haben mit Bahnwaggons, Drehgestellen, Verpackungsmaschinen und eben unter anderem auch sehr erfolgreich mit Waffen für die Schweizer Armee angefangen. Ich habe selbst an den Dingern herumgeschraubt. Momentan - da haben Sie recht, Ständerätin Roth - ist es nur ein Reparaturgeschäft, aber immerhin ein Reparatur- und Instandhaltungsgeschäft für unsere Schweizer Waffen, was ja auch sehr wichtig ist. Ja, die Lage ist ernst für den Standort Schaffhausen, auch wenn man vielleicht ein bisschen schmunzeln könnte, weil Frau Roth und ich gerade nebeneinandersitzen und heute Morgen sogar farblich sehr gut zusammenpassen - schön, oder? (Zwischenruf Roth Franziska: Also nicht politisch!)
Sie können sich vorstellen, dass ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, mit der P320 und auch mit der Desinformationskampagne, die heute im Rat schon mehrmals angesprochen und auch sehr gut von den Mitgliedern der SiK-S und vom Kommissionspräsidenten erklärt wurde. Aber vielleicht ist es gut, dass wir hier auch einmal öffentlich darüber sprechen können; denn die P320 ist eine sichere Waffe. Ein ungewollter Schuss, ohne den Abzug zu betätigen, ist technisch ausgeschlossen. Sie müssen den Abzug also durchziehen, damit da ein Schuss herauskommt. Wenn Sie eine Sicherung wollen, Ständerätin Roth, dann kann das bestellt und so ausgeführt werden. Aber ich glaube, das wird von der Armee so nicht gewollt. Mehrere unabhängige Untersuchungen bestätigen die Wirksamkeit dieser Sicherungsmechanismen.
Dann gab es, wie angesprochen, die Berichte aus den USA, wo sich Schüsse gelöst haben sollen. Die zuständigen Behörden haben diese Vorfälle untersucht, und die Waffen sind immer noch im Dienst. Ich gehe nicht davon aus, dass die US-Behörden eine unsichere Waffe weiter bei ihren Truppen und Sicherheitsleuten behalten würden.
Die P320 steckt nicht in den Kinderschuhen. Sie ist eine bewährte Waffe, die von Armeen und Spezialeinheiten in den USA, Brasilien, Saudi-Arabien, Kanada, Australien, Dänemark und übrigens auch in der Schweiz, in den Kantonen Luzern, St.[NB]Gallen und Uri sowie in den Städten Locarno und Lugano, genutzt wird. Ich habe von diesen Schweizer Kantons- und Stadtpolizeien auch noch nie gehört, dass die Waffe so unglaublich ungenau sei. Die Truppentests haben tatsächlich ein nicht so gutes Resultat erbracht. Die SIG Sauer wird aber noch einen Swiss Finish machen und technische und ergonomische Anpassungen an der Waffe durchführen.
Die Pistole 26 wird in der Schweiz hergestellt. Die SIG Sauer ist zwar ein amerikanisches Unternehmen, aber sie hat ihren Firmensitz in Neuhausen am Rheinfall und ist eine Schweizer Aktiengesellschaft, die auch Steuern zahlt, so wie all die etwa vierhundert Zulieferer in der ganzen Schweiz, die Teile nach Neuhausen liefern werden. Deshalb ist es wirklich schwer zu verstehen, dass man jetzt versucht, ein Schweizer Produkt, das in der Schweiz hergestellt wird, schlechtzureden. Die SIG Sauer wird ein verlässlicher Partner sein. Es wird eine Preis- und Liefergarantie geben. Ich glaube, wir sollten diesen verlässlichen Partner nicht schwächen, sondern stützen.
Lassen Sie uns diesen Minderheitsantrag ablehnen.