Fünfschilling Hans · Ständerat · 2004-03-10
Fünfschilling Hans · Ständerat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-03-10
Wortprotokoll
Einige meiner Vorrednerinnen und Vorredner haben ihre Sorgen um die Finanzen der Kantone ausgesprochen. Diese Sorgen werden ausgelöst durch das zweistufige System und durch die Furcht davor, dass zu viele Leute den Master-Abschluss machen werden. Wenn von Kosten die Rede war, dann haben die meisten an die Ausbildungskosten gedacht. Ich möchte jetzt auch noch das Thema der Folgekosten für die Kantone ansprechen. Beim jetzigen System ist der Hauptabnehmer der Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen die Wirtschaft. Die Löhne, die erzielt werden, bestimmt der Markt. Damit wird auch bei den bisherigen Systemen der Markt bestimmen, wie viele einen Bachelor-Abschluss und wie viele einen Master-Abschluss machen werden.
Ganz anders ist die Situation bei den GSK-Berufen. Hier ist der Hauptabnehmer der Staat. Als jemand, der ein staatliches Lohnsystem aufgebaut hat, weiss ich, dass vom Staat keine Marktlöhne bezahlt werden, sondern dass die Löhne vor allem von der stärksten Einflussgrösse, nämlich vom Ausbildungsstand, bestimmt werden. Mit anderen Worten: Ein GSK-Master wird zwei Lohnklassen höher eingestuft werden als ein GSK-Bachelor. Ich habe die Botschaft von Kollegin Fetz wohl gehört, die gesagt hat, die Leute bräuchten vor allem eine praktische Ausbildung, und die solle im Bachelor-Studium stattfinden; damit bin ich voll einverstanden.
Aber wenn beim Hauptabnehmer vom Lohnsystem her dann klar ist, dass ein Master-Abschluss zwei Lohnklassen mehr gibt, dann kommt ein falscher Anreiz, einen Master-Abschluss zu machen. Dagegen gibt es - da müssen wir ehrlich sein - nur eine Lösung, und das ist der Numerus clausus. Dessen müssen wir uns jetzt schon bewusst sein. Vor allem bei diesen neuen Berufen müssen dann die Kantone aufgefordert werden, den Mut zu haben zu sagen: Wir brauchen im Bereich Gesundheit, wir brauchen im Sozialen gar nicht so viele Master-Abschlüsse, also schaffen wir nur die Zahl Studienplätze, die notwendig ist. Das ein Hinweis darauf, was es zu tun gilt. Selbstverständlich bin ich auch dafür, dass diese Berufsgattungen in die Fachhochschulen eingegliedert werden. [PAGE 97]
Ich bin deshalb auch für Eintreten, aber mit der Warnung, dass die vorher erwähnten Massnahmen notwendig sein werden.