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Blocher Christoph · Nationalrat · 2000-06-06

Blocher Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-06-06

Wortprotokoll

Ich spreche für die Minderheit Hess Peter. Diesen Zusatzkredit haben wir abzulehnen, auch wenn es vielleicht ein sehr gutes Projekt ist. Es ist nicht Aufgabe des Staates, ein Bahnsystem zu entwickeln. Das wissen auch die privaten Geldgeber, die dabei sind, ganz genau.

Wenn wir jedes Jahr der Drohung nachgeben, dass jemand Konkurs macht, wenn wir diese Millionen nicht bezahlen, dann werden die Betreffenden jedes Jahr so wenig Geld haben, dass sie Konkurs machen, wenn wir nichts bezahlen. Es ist Aufgabe der privaten Unternehmer, ein solches System zu entwickeln. Wenn es wirklich so grosse Zukunftschancen hat, was ich nicht ausschliesse, dann werden die Unternehmer auch Geldgeber finden. Wenn sie sie nicht finden, dann hat das Projekt auch keine derart grossen Zukunftschancen. Das ist die ganze Logik, die aus diesem Projekt folgt.

Wir werden jedes Jahr hier stehen, und jedes Jahr werden wir wieder neue Zusatzkredite bewilligen. Jedes Jahr wird man sagen, wenn sie nicht bewilligt würden, dann gehe die Sache Konkurs. Wenn es an diesen wenigen Millionen Franken hängt, ob ein solches Bahnsystem - das noch Hunderte von Millionen kosten wird, ja das in die Milliarden von Franken geht - Konkurs geht, dann können Sie aufhören, dann steckt nichts dahinter.

So neu ist übrigens diese Erfindung nicht. Es ist zu sagen, dass der Erbauer der Jungfraubahn, Adolf Guyer-Zeller, seinen ersten Entwurf für eine Bahn in Form dieses Systems eingereicht hat. Das war eine Rohrpost von Lauterbrunnen aufs Jungfraujoch. Er hat dann die Bewilligung nicht bekommen, weil der bernische Grosse Rat gesagt hat, es sei gesundheitsgefährdend, wenn die Leute so schnell von Lauterbrunnen auf das Jungfraujoch hinauf fahren. Das haben die damals alles aus eigenen Mitteln gemacht. Vielleicht ist die Swissmetro eine zukunftsträchtige Idee.

Aber ich bitte Sie: Hören Sie endlich auf damit! Es geht niemand Konkurs, sondern die Privaten, die dahinter stecken, werden eine oder zwei Millionen Franken bezahlen. Sie werden endlich einen Businessplan machen, und man findet die Geldgeber. Dann ist es gut, und die Privaten, die dahinter stecken, sollen auch ein riesiges Geschäft machen mit dem neuen System. Oder sie finden das Geld nicht; dann ist es auch keine gute Idee. Wir können nicht beurteilen, ob das ein gutes System ist oder nicht.