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Binder Max · Nationalrat · 2004-03-17

Binder Max · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2004-03-17

Wortprotokoll

Wetten, dass Sie das Musikstück erkannt haben? Sie haben Recht: Es war ein Teil aus der Ouvertüre zu "Wilhelm Tell" von Gioacchino Rossini. Heute habe ich einen guten Grund, nach rückwärts zu blicken und gleichzeitig Sie alle dazu einzuladen, nach vorne zu schauen:

"Links am See, wenn man

Nach Brunnen fährt, dem Mythenstein grad über,

Liegt eine Matte heimlich im Gehölz,

Das Rütli heisst sie bei dem Volk der Hirten,

Weil dort die Waldung ausgereutet ward."

Wir alle in diesem Saal richten unseren Blick immer wieder auf das grosse Wandbild hinter meinem Rücken, das den Blick auf die Rütliwiese freigibt. Das Rütli ist nach der Überlieferung die Wiege der Eidgenossenschaft.

Genau heute vor 200 Jahren, am 17. März 1804, wurde Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" am Weimarer Hoftheater, der renommiertesten Bühne Deutschlands, unter der künstlerischen Leitung von Johann Wolfgang Goethe uraufgeführt. Mit einem Festakt wird heute Abend im Weimarer Nationaltheater dieser Jahrestag begangen.

In der Schweiz ist das 200-Jahr-Jubiläum Anlass für einen kulturellen Brückenschlag zwischen der Urschweiz und der Stadt Weimar. Unter dem Namen "Kulturschweiz 2004" werden die Tellspiele in Altdorf neu inszeniert, das Nationaltheater Weimar ist mit Freilichtaufführungen auf dem Rütli zu Gast, und im Forum der Schweizer Geschichte gibt es die Jubiläumsausstellung "Tell, bitte melden!".

"200 Jahre 'Wilhelm Tell'" ist somit in diesem Jahr auch in der Schweiz ein nationales Kulturereignis; ich lade Sie ganz herzlich ein, an der einen oder anderen Veranstaltung teilzunehmen.

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