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Forster-Vannini Erika · Ständerat · 2004-06-02

Forster-Vannini Erika · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-06-02

Wortprotokoll

Herr Pfisterer, Sie sagen, die praktische Bedeutung dieser Bestimmung liege darin, dass möglichst viele Leute ihre Spendebereitschaft erklärten. Ich muss Ihnen sagen, ich habe Mühe mit diesem Antrag. Aus ethischer Sicht scheint es mir unzulässig, dass der Staat gewissermassen das Prinzip der Reziprozität fördert. Es muss doch auch möglich sein, dass ich mich aus gewissen Gründen, sei es aus Glaubensgründen oder sei es aus anderen Gründen, nicht bereit erkläre, eine Spende zu [PAGE 194] machen, und dass sich dann trotzdem, wenn ich ein Organ brauche, unter Umständen ein Organ bekomme. Mir scheint es wirklich problematisch, wenn man argumentiert, dass Spender bei einer Organzusprache bevorzugt werden sollen.

Ich möchte Sie bitten, dass Sie nicht so weit gehen. Wir haben schon verschiedene Kriterien für die Zuteilung, und ich denke, diese sollten uns genügen. Ich frage mich auch, wie es z. B. bei den Kindern ist. Die können ja kaum erklären, dass sie spendebereit sind. Wie ist es denn da? Dann haben wir eine Liste und die Bestimmung, die sagt, dass wir u. a. dann zuteilen sollen, wenn die Spendebereitschaft erklärt worden ist. Aus ethischen Gründen geht mir dieser Antrag zu weit.

Ich bitte Sie, den Antrag Pfisterer Thomas abzulehnen.