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Kleiner Marianne · Nationalrat · 2004-11-30

Kleiner Marianne · Nationalrat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-11-30

Wortprotokoll

Ich spreche leider nur für die eine Hälfte der FDP-Fraktion, für jene, die gegen die Kürzung um 4 Millionen Franken bei der filmkulturellen Förderung ist.

Der Film ist die populärste aller Künste. Im Kino finden die Träume, Wünsche und Sehnsüchte von uns allen ihren Ausdruck. Der Film als modernes Massenmedium eignet sich besonders zur kulturellen Identifikation im Ausland und dazu, zur kulturellen Präsenz beizutragen. Ich denke, er tut das mindestens so sehr wie die Tourismusförderungsmillionen. Filme prägen das Bild eines Landes im Ausland massgebend mit. Denken wir an die Filme über Schweden, die wir kennen. Wir glauben, Schweden aus den Filmen von Ingmar Bergman zu kennen, auch wenn wir noch nie dort waren. Zu nennen sind auch die Filme über Chile, die nach den Büchern von Isabel Allende gemacht wurden. Das gibt uns ein Bild eines Landes.

Die Filmproduktionsunternehmen sind bei uns klassische KMU und erzielen auch eine hohe Wertschöpfung. Das Gewerbe profitiert auch durch die Aufträge für Handwerksbetriebe; Hotels, Gastronomie und Transportunternehmen sind auch daran beteiligt. Manchmal wird durch Filme auch der Tourismus angekurbelt, wie ich schon sagte und wie der Zustrom von ausländischen, vor allem indischen Touristen in die Schweiz gerade zeigt, seit in vielen Filmen in Indien die Schweiz als Kulisse dient. Das heisst, eine starke einheimische Filmproduktion stärkt nicht nur den Kultur-, sondern auch den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Jetzt das Problem: Unser viersprachiges Land ist zu klein, als dass sich bei uns die Herstellungskosten wieder einspielen liessen. Die Vorstellung, die Produktion von Filmen könne dem Markt überlassen werden, ist erwiesenermassen unrealistisch. Hier muss ich auch Herrn Maurer widersprechen, der diese Kürzung beantragt und meint, es passiere nichts mit dem schweizerischen Film. Die Fördergelder zahlen sich aus. Seitens der öffentlichen Haushalte erhält die Filmbranche rund 30 Millionen Franken Fördergelder. Schätzungsweise 75 Millionen Franken, also das Zweieinhalbfache, fliessen als Mehrwert-, Billett-, Unternehmens- und Einkommenssteuern an den Staat zurück. Per saldo erhält die öffentliche Hand also rund das Zweifache wieder zurück. Ich glaube, es wäre ein Schildbürgerstreich, hier diese 4 Millionen Franken, die am Gesamtresultat des Budgets wirklich überhaupt nichts ändern, jetzt zu streichen.

Ich bitte Sie, auf diese Streichung zu verzichten.