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Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2004-12-15

Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · EVP/EDU Fraktion · 2004-12-15

Wortprotokoll

Spielen an sich ist nichts Gefährliches und nichts Verbotenes. Glücksspiele mit hohen Einsätzen hingegen bringen Probleme. Wir haben darüber gehört: Die Spielsucht ist diesen Spielen dann auf den Fersen. Die Tactilos und diese Spielautomaten, die in den Bars und Restaurants sind, die mit kleinen Beträgen gefüttert werden, aber in kurzen Intervallen immer wieder kleinere Geldbeträge schlucken, sind ebenso gefährlich wie die grossen Spiele. Die verheerenden Auswirkungen hat eine kürzlich durchgeführte Studie gezeigt. Deshalb: Wenn Geld- und Glücksspiele, dann sollen sie nicht mitten im Alltag sein, dann sollen sie nicht dort sein, wo jedermann - auch Kinder, auch Jugendliche - tagein, tagaus hinkommt, hingeht, sich bewegt, sondern sie sollen unseres Erachtens eben in Casinos sein. Das sind Institutionen mit einer höheren Zugangsschwelle. Man ist sich bewusst, wenn man in ein Casino hineingeht: Da ist das Glücksspiel zu Hause, da ist nicht die Bar, da ist nicht die Unterhaltung, da ist nicht noch alles Mögliche des täglichen Lebens, sondern da geht man bewusst in ein Geldspielhaus.

Deshalb glauben wir, es sei richtiger - auch wenn das natürlich für die Kantone eine Einbusse sein wird -, dass man alles, was es an diesen Tactilo-Spielen und ähnlichen Spielen gibt, wirklich dem Spielbankengesetz unterstellt und dass diese Geräte nur in diesen Spielbanken, also in den Casinos, aufgestellt werden können.

Wenn die Motion in diese Richtung geht, dann können wir sie durchaus passieren lassen. Wenn hinter der Motion aber die Vorstellung steht, dass man diese Glücksspielautomaten dem Lotteriegesetz unterstellt und sie damit wirklich überall im Land belassen will, wo sie leicht zugänglich sind, wo auch Leute, die sehr labil sind, ohne weiteres und immer wieder vorbeigehen, dann sind wir gegen diese Motion. In diesem Sinne wäre es noch interessant, eine Erklärung des zuständigen Bundesrates zu bekommen, wie er diese Motion allenfalls anzupacken und umzusetzen gedenkt.

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