Lombardi Filippo · Ständerat · 2004-12-02
Lombardi Filippo · Ständerat · Tessin · Christlichdemokratische Fraktion · 2004-12-02
Wortprotokoll
Ich versuche, mich kurz zu fassen. Ich unterstütze die Mehrheit unserer Kommission.
Ich glaube, die Stimmenverhältnisse im Nationalrat sollten hier nicht als Argument herangezogen werden. Der vorliegende Antrag unserer Kommission ist wesentlich anders als ihr Antrag in der ersten Runde. Es wurde ein Versuch gemacht, einen Kompromiss zu finden. Ich glaube, wir müssen nicht davon ausgehen, dass der Nationalrat diesen Kompromiss automatisch ablehnen wird. Wir sollten die Arbeit, die in der Kommission gemacht worden ist, würdigen.
Zur zweiten Sache: Es geht hier, glaube ich, um eine Frage des Föderalismus. Das wurde bis jetzt nicht erwähnt. Die Lage in den Kantonen ist sehr unterschiedlich: Es gibt Kantone, in denen 16 oder 18 Prozent der Jugendlichen die Matura absolvieren; es gibt aber auch Kantone, in denen mehr als 30 Prozent - 33 oder 34 Prozent - die Matura absolvieren. Das ist eine ganz andere Ausgangslage. Wir müssen, glaube ich, wenn wir föderalistisch sein wollen, Auswege für die Kantone finden, in denen der Prozentsatz sehr hoch ist. Man sollte davon ausgehen, dass es in diesen Kantonen wichtig ist, dieser grossen Anzahl von Jugendlichen eine flexiblere Lösung anzubieten. Wir sollten sie nicht in ein Universitätssystem zwingen, in dem sie ihr Studium sowieso nicht abschliessen, aus dem sie dann vielleicht nach ein paar Jahren ohne Abschluss abgehen werden, was mit hohen Kosten für die Gemeinschaft verbunden ist. Die Kantone Tessin, Genf usw. kennen dieses Problem, weil sie eine enorm hohe Anzahl von Maturanden haben. Es geht hier also darum, eine flexiblere Lösung mit Ausnahmeregelungen für dieses System zu finden. Die Fachhochschulen in diesen Kantonen brauchen doch eine solche Möglichkeit, damit sich solche Studenten bei ihnen einschreiben können.
Letzte Bemerkung: Die Möglichkeiten, während einem Jahr ein Praktikum zu absolvieren - das wurde schon gesagt -, sind sehr begrenzt, besonders in Berufen wie in der Informatik, im Ingenieurwesen, bei Architekten, in Gesundheitsberufen und sozialen Berufen. Es ist besonders schwierig - und das wird auch zukünftig nicht gelöst werden können -, [PAGE 762] Praktikumsmöglichkeiten für ein Jahr zu finden, weil es für die Firmen natürlich nach wie vor wenig interessant sein wird, Praktikanten nur für ein Jahr zur Verfügung zu haben. Wir müssen also keine Mauer errichten, die diesen Maturanden die Möglichkeit, an die Fachhochschulen zu gehen, verbieten würde.
Je crois que la flexibilité est une richesse dans un pays et dans la formation. Les statistiques nous disent que la majorité de nos concitoyens changent de profession au moins une fois dans leur vie, et je crois qu'il faut, aussi au niveau des études, leur donner le plus de flexibilité possible. Cela ne peut que faire du bien à notre pays.