Ogi Adolf · Bundesrat · 2000-06-19
Ogi Adolf · Bundesrat · Bern · 2000-06-19
Wortprotokoll
Doping kann man nicht herausschneiden und nicht auskochen; Doping kann nicht so problemlos bekämpft werden, wie das hier von verschiedenen Personen dargestellt wurde. Weil die Wissenschaft der Kontrolle vielfach vorauseilt, ist es schwierig. Es ist - das muss gesagt werden - nicht nur ein Problem der Sportler, es ist eben ein Problem der Gesellschaft.
Ich danke Ihnen für die guten Anregungen und möchte, wie dies Herr Schenk in Aussicht gestellt hat, kurz sagen, was man diesbezüglich alles getan hat - weil Sie ja die Schaffung eines entsprechenden Gesetzes abgelehnt haben.
Der Schweizerische Olympische Verband hat in der Zwischenzeit in der Dopingbekämpfung grosse Anstrengungen unternommen. Herr Schenk hat es erwähnt: Es wurden letzte Woche vier professionelle Kontrolleure angestellt, es gibt einen Delegierten für Dopingfälle in der Schweiz zur Harmonisierung der Strafen, und die Kontrollen ausserhalb der Wettkämpfe werden nur noch unangekündigt durchgeführt.
Sie alle haben es gehört: Gegenwärtig ist die Forschung im Begriff, EPO nachweisen zu können. Dass alle Massnahmen zusammen etwas nützen, beweist eine Überraschungskontrolle, die letzte Woche bei der Tour de Suisse durchgeführt wurde - alle Fahrer waren in Bezug auf EPO unbedenklich. Das ist ein erfreulicher Fortschritt; ob er genügt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.
Zur Prävention: Das Bundesamt für Sport in Magglingen hat einen Film für die Dopingprävention in Schulen und Kursen hergestellt. Weiter hat das Bundesamt für Sport Unterrichtsmaterialien produziert und Internet-Informationen bereitgestellt; die Prävention wird heute - das darf man sagen - sehr ernst genommen.
Auch im internationalen Bereich haben wir versucht, alle Bestrebungen zu unterstützen. Die Schweiz beherbergt im Provisorium die Agence mondiale anti-dopage in Lausanne, und wir sind daran, für diese Agentur gute Bedingungen für das internationale Wirken zu schaffen. Wir sind auch interessiert daran, dass in Lausanne die Agentur des IOC etabliert wird, in Zusammenarbeit mit dem Kanton und der Stadt. Die Schweiz arbeitet in einzelnen Arbeitsgruppen sehr aktiv mit; das ist ein Zeichen, dass unsere Ernsthaftigkeit in der Dopingbekämpfung wahrgenommen wird.
Nun bitte ich Sie, die Motionen 98.3373 und die Motion 98.3427 als Postulate zu überweisen - als Postulate auch deshalb, weil das die konsequente Haltung ist, nachdem Sie eben beschlossen habe, für die Dopingbekämpfung kein spezielles Gesetz zu schaffen.