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Hess Hans · Ständerat · 2004-06-15

Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-06-15

Wortprotokoll

Eine Interessenbindung habe ich im vorherigen Geschäft offen gelegt - ich bin Präsident der Lignum -, eine andere Interessenbindung ist folgende: Ich bin Vertreter eines Gebirgskantons, der eine Oberfläche von 40 Prozent Wald und davon 66 Prozent Schutzwald aufweist. Ich masse mir an, dass ich die Schutzwirkung des Waldes kenne.

Wir stellen eigentlich glücklicherweise fest, dass die Schutzwirkung des Waldes grösstenteils anerkannt und die Bedeutung der Prävention im Bereich der Sicherheit vor Naturgefahren national und international zunehmend erkannt wird. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wissen wir heute auch, dass Schutzwälder technische Systeme sehr kostengünstig und wirkungsvoll ergänzen und in vielen Fällen sogar ersetzen. Nach dem Sturm Lothar mussten Gelder in Millionenhöhe in Steinschlag-Schutzsysteme investiert werden, wo früher der Wald diese Funktion erfüllt hatte. Wie die Studie Altweg vom Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung zeigt, verhindert der Schutzwald schon heute potenzielle Schäden durch Naturereignisse von jährlich vier Milliarden Franken.

Für mich ist unbestritten, dass der Wald auch eine genügende Pflege braucht, um diese Schutzwirkung langfristig zu erfüllen. Die Forschungen von Christian Rickli nach dem Unwetter vom 15. August 1997 bei uns in Sachseln haben beispielsweise eindrücklich aufgezeigt, dass die Hänge in zerstörten oder schlecht gepflegten Waldbeständen viel instabiler waren und dass dort bis zu zehnmal mehr Rutschungen losgebrochen sind. Ich bin also der Meinung, dass am falschen Ort gespart wird, wenn man glaubt, man könne hier bei der Schutzwaldpflege sparen.

Aufgrund der Antwort des Bundesrates bin ich auch verunsichert, ob es die künftige Strategie des Buwal sein soll, auf Schadenereignisse zu warten und dann mit Sonderkrediten zu reagieren. Ich beziehe mich hier auf jene Stelle der Antwort des Bundesrates auf die Interpellation, wo er ausführt: "Die vom Interpellanten angesprochenen Kürzungen bei der Schutzwaldpflege im Umfang von 34 Prozent sind primär auf den Wegfall der Lothar-Sonderkredite zurückzuführen." Nochmals: Ich bin überzeugt, dass Prävention langfristig günstiger ist, als wenn wir mit Sonderkrediten reagieren.