Fetz Anita · Ständerat · 2004-06-16
Fetz Anita · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2004-06-16
Wortprotokoll
Ich möchte Ihnen kurz darlegen, warum ich mit der Mehrheit gestimmt habe. Der Antrag der Minderheit Leumann besagt eigentlich nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit, dass es nämlich in jedem medizinischen Bereich eine Beratung braucht. Wenn wir hier beginnen, das speziell zu betonen, dann meine ich, dass wir Gefahr laufen, dies in vielen weiteren Bereichen auch wieder speziell betonen zu müssen. In diesem Artikel geht es aber ausschliesslich um die spezifische genetische Beratung, dann, wenn ein aufwendiger Gentest nötig ist, für welchen es spezielles Fachwissen braucht und wo wir selbstverständlich davon ausgehen dürfen, dass die entsprechenden Fachleute zusammenarbeiten. Dass das im gesamten medizinischen Bereich noch mehr gemacht werden muss, meine ich auch. Das müssen wir aber im KVG regeln, und das ist ja auch Bestandteil des zweiten Revisionspaketes mit den Netzwerkmodellen.
Aber hier geht es ausschliesslich darum, dass das spezifische Fachwissen der Spezialisten gefragt ist und entsprechend den Betroffenen mitgeteilt werden kann. Wir haben uns in der Kommission ausführlich darüber informieren lassen, dass es nämlich nicht so einfach ist, bei spezifischen Gentests die Facherkenntnisse auch entsprechend so formulieren zu können, dass sie auch verstanden werden. Das muss von einer Fachperson gemacht werden.
Ich sehe hier keine Explosion der Gesundheitskosten, sondern eigentlich das Gegenteil. Denn wenn wir jetzt sozusagen beginnen, die allgemeine medizinische Fachberatung der Leute in den Gesetzen speziell zu erwähnen, dann befürchte ich, dass wir damit ein Tor öffnen, damit man das bald überall machen muss.
Aus diesen Überlegungen habe ich der Mehrheit zugestimmt.