Walker Felix · Nationalrat · 2005-03-02
Walker Felix · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2005-03-02
Wortprotokoll
Wir haben gerade die Unabhängigkeit der Revisionsstelle behandelt und einige klare Leitplanken gesetzt. Ein Mittel, um diese Unabhängigkeit auch sicherzustellen, ist natürlich die zeitliche Beschränkung der Mandatsdauer. Hier möchte sich die CVP-Fraktion dafür einsetzen, dass wir die Mandatsdauer nicht allzu kurz machen.
Wir sind für die Rotation. Es ist klar: Bei längeren Mandaten besteht eine gewisse Gefahr der Betriebsblindheit; man kann auch die Distanz zu dem zu Prüfenden verlieren usw. Darum sind wir im Grundsatz der Meinung, dass die zeitliche Beschränkung richtig ist. Sie haben soeben gehört, dass die Zeit in Amerika auf fünf Jahre beschränkt ist; in der 8. EU-Richtlinie, die als Entwurf vorliegt, sind es sieben Jahre.
Entscheidend scheint uns, dass wir auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis oder, wenn Sie so wollen, die Verhältnismässigkeit beachten. Das muss im Vordergrund stehen. Wenn Sie gesehen haben, dass wir für die ordentliche Revision über 10 Millionen Franken Bilanzsumme, über 20 Millionen Franken Umsatz und über 50 Vollzeitstellen verlangen, dann wissen Sie, dass das doch die klassischen KMU und nicht grosse Unternehmen betrifft. Hier, meinen wir, sind sehr oft auch eher kleine, regional verwurzelte Revisionsgesellschaften tätig. Hier ist eine allzu kurz angesetzte Rotation des Mandatsleiters - nicht der Gesellschaft - relativ schwierig. Wir verkennen dabei nicht, dass es auch von den zu Prüfenden her zu Klumpenrisiken kommen kann. Man muss immerhin beachten, dass jeder Revisionswechsel auch Know-how-Verluste bedeutet. Ein Neuer muss die Firma wieder neu kennen lernen, muss sich einführen und belastet das Unternehmen mit Erklärungs- und Anpassungsbedarf enorm. Darum sind wir der Meinung, man könnte es durchaus wagen, den Rotationsrhythmus auf sieben statt auf fünf Jahre anzusetzen.
Ich bitte Sie deshalb, der Minderheit Imfeld zuzustimmen.