Genner Ruth · Nationalrat · 2005-03-14
Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2005-03-14
Wortprotokoll
Ich kann mich in grossen Teilen der Argumentation meiner Vorrednerin anschliessen. Eine klare, deutliche Deklaration ist an sich eine berechtigte Forderung der Konsumentinnen und Konsumenten. Hinweise und Positivdeklarationen sind aber möglicherweise auch verwirrend, vor allem dann, wenn die erwähnten Lebensmittel keine höheren Forderungen und Anforderungen erfüllen als jene, die gesetzlich bei uns vorgeschrieben sind. Die grüne Fraktion wird deshalb ohne Begeisterung dem Anliegen, das hier vorliegt, zustimmen.
Ich meine, gerade diejenigen, die jetzt diese Forderung unterstützen, im Hinblick darauf, dass bei uns produzierte Lebensmittel eben etwas teurer sind als im Ausland produzierte, werden darauf achten müssen, dass unsere Produktionsbedingungen gut sind und ökologisch bleiben und dass auch für die Bauern gute Rahmenbedingungen da sind. In diesem Zusammenhang ist die ganze "Billig-Diskussion" bei der Lebensmittelherstellung und beim Lebensmittelverkauf eigentlich doch sehr kontraproduktiv; das als Zwischenbemerkung.
Abschliessend möchte ich als Verwaltungsrätin von Bio Inspecta natürlich die Qualität von Labels hervorheben, weil Labels für die Konsumentinnen und Konsumenten die einfachste Form der Informationsvermittlung darstellen. Ein Label liefert ganz knapp eine Information, die überdies kontrolliert und zertifiziert wird. Wenn Sie eine Bioknospe sehen, wissen Sie, dass Sie ein Bioprodukt haben, bei dessen Produktion Rahmenbedingungen erfüllt werden mussten, die andere nicht erfüllen.
Wir werden also hier zustimmen, aber wenig begeistert.