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Schwaller Urs · Ständerat · 2005-06-01

Schwaller Urs · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion · 2005-06-01

Wortprotokoll

Im Rahmen der Rechnungsprüfung 2004 hat sich die Finanzkommission unter anderem auch mit dem Unternehmen Ruag befasst. Ich möchte Ihnen folgenden Kurzbericht abgeben: Mit 1,247 Milliarden Franken konnte der Nettoumsatz gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent gesteigert werden. Die Umsatzrendite betrug 2,3 Prozent, im Vorjahr waren es 2,1 Prozent. Die Eigenkapitalrendite lag bei 4,3 Prozent. Verbessert hat sich bei der Ruag auch der Reingewinn um 10 Prozent auf insgesamt 29 Millionen Franken. Der "free cash-flow" betrug 66,2 Millionen Franken. Im Berichtsjahr entfielen noch 40 Prozent des Geschäftsvolumens auf Aufträge mit dem Hauptkunden VBS; 60 Prozent des Nettoumsatzes wurden somit ausserhalb des VBS im Drittmarkt erwirtschaftet. Die zivilen Aktivitäten der Ruag haben mit einem Anteil von 36 Prozent am Nettoumsatz ebenfalls zugelegt.

Die Situation bei der Personalvorsorgeeinrichtung hat sich beim Deckungsgrad von 102 auf 103 Prozent verbessert. Seit dem 1. Januar 2004 wurde der Beitritt zum Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie in der Schweiz vollzogen. Für die Mitarbeiter selber hat dies relativ wenige Änderungen gebracht. Aus dem Personalbereich noch erwähnenswert ist, dass die Ruag 386 Lehrlinge ausbildet.

Die Ruag liquidiert im Auftrag des VBS auch Armeematerial und -ausrüstungen und ist für die umweltgerechte Entsorgung der Munition verantwortlich. Der Bundesrat hat im November 2002 die Eignerstrategie in einigen Punkten revidiert und ihre Gültigkeit bis 2006 verlängert. Gemäss Aussagen, welche die Ruag-Vertreter in der Finanzkommission gemacht haben, wird die Eignerstrategie zurzeit neu überarbeitet. Offen ist heute, ob der Aktionärskreis erweitert werden soll. Im Gegensatz zu anderen Rüstungsunternehmen lassen Auftragseingang und Auftragsbestand am Ende des Berichtsjahres die Ruag auch das neue Geschäftsjahr mit Zuversicht angehen. Es ist der Ruag oft gelungen, sich im Vergabewettbewerb durchzusetzen. Überdies wurde die Ruag auch zu einem Zulieferer für das neue Grossraumflugzeug Airbus A 380. Der optimistische Ausblick könnte allenfalls durch die traditionellen Rüstungsproduktionssegmente teilweise getrübt werden, wo insbesondere die Nachfrage nach schwerer Munition merklich abgenommen hat. Die Hauptursache dafür besteht im Nachfragestopp der Schweizer Armee. Neue Abnehmer sind aufgrund der verschiedenen Restriktionen schwer zu finden.

Wie ausgeführt, ist das VBS bei einem Umsatzvolumen von 40 Prozent der grösste Einzelkunde der Ruag. Wäre der Prozess vom reinen Rüstungsunternehmen zur heutigen Ruag nicht gelungen, würde der immer stärkere Bestellungsrückgang im eigentlichen Rüstungsbereich zu ernsthaften Unternehmensproblemen mit regionalpolitischen Auswirkungen führen.

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